Der große Renten-Frust

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Die Babyboomer sind unzufrieden: 80 Prozent der 55- bis 64-Jährigen, die vor dem Eintritt in den Ruhestand stehen, fordern höhere Renten. Dies ist ein Ergebnis des vierten "Axa Deutschland Reports". Aber auch in anderen Altersgruppen ist der Ruf nach einem grundlegenden Wandel in der Rentenpolitik unüberhörbar.

Es ist ein düsteres Stimmungsbild, das der Report von den Erwartungen und Befürchtungen zeichnet, die Berufstätige bezüglich ihres Ruhestands hegen. Die große Mehrheit empfinde inzwischen Furcht, berichten die Studienmacher. Wer schon Rentner sei, berichtet überwiegend nur von Verlust an Lebensqualität. Das Vertrauen in die Politik erreiche dazu in allen Bundesländern Tiefstwerte.

Babyboomer fürchten schlechteres Leben im Alter
Unter den ersten der so genannten Babyboomer-Generation, die vor dem Eintritt ins Rentenalter stehen ist der Frust besonders groß. So erwarten fast sechs von zehn Personen dieser Altersgruppe (56 Prozent) im Ruhestand eine verschlechterte Lebensqualität, fast niemand eine Verbesserung (zwei Prozent). 63 Prozent macht das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst als früher. Und mehr als drei Viertel (78 Prozent) stimmen der Aussage zu, "das Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge verloren zu haben."

Die Situation im Ruhestand gegenüber dem Erwerbsleben wird quer durch alle Alters- und Einkommensschichten inzwischen äußerst negativ beurteilt. Nur ein Drittel der Berufstätigen (33 Prozent) freut sich überwiegend, wenn sie an ihren Ruhestand denken. 51 Prozent machen sich Sorgen. Rund zwei von drei Erwerbstätigen (64 Prozent) macht das Thema Altersvorsorge heute sogar mehr Angst als früher.

Eine große Sorge im Hinblick auf später ist für 39 Prozent die Angst vor Altersarmut. Nur die Sorge vor Erkrankungen ist noch größer (60 Prozent).

Auch Rentner sind unzufrieden
Im Vergleich zu den Vorjahren hat 2018 auch die Unzufriedenheit der Rentner und Pensionäre mit ihrer Lage zugenommen. Nur noch zehn Prozent berichten von einer verbesserten Lebensqualität als zuvor im Berufsleben.

Menschen im Ruhestand müssen mehr Geld bekommen, das wird als wichtigstes Ziel staatlicher Politik von allen Altersgruppen, unter Erwerbstätigen wie Ruheständlern, in nahezu allen Einkommensschichten und in fast jedem Bundesland gefordert. Bundesweit bestehen darauf sieben von zehn Befragten (70 Prozent). Damit steht in den Augen der Bevölkerung das Ziel höherer Ruhestandseinkünfte deutlich vor allen anderen staatlichen Aufgaben wie etwa einer verbesserten Gesundheitsversorgung (52 Prozent), besseren Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten (51 Prozent) sowie mehr Wohnraum (40 Prozent).

"Das Ergebnis des diesjährigen Axa Deutschland-Reports kommt einem regelrechten Aufschrei der Bevölkerung zur Verbesserung der Situation im Ruhestand in Deutschland gleich, der quer durch alle Generationen geht", Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands Axa Konzern

Die Studie zeigt, dass die Einführung einer Mindestgarantie des gesetzlichen Rentenniveaus zwar bei 69 Prozent der Befragten auf Zustimmung stößt, hingegen aber deutlich mehr, nämlich 79 Prozent angeben, eine "höhere Rentenanrechnung von Erziehungszeiten" zu wünschen. Diese Maßnahme erhält die insgesamt höchste Zustimmung unter allen Befragten als "gut" oder "sehr gut".

Diese Prioritäten setzen die Menschen außerdem in der Rentenpolitik:

  1. Einbezug von Selbstständigen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung" (77 Prozent)
  2. Verwendung von Steuereinnahmen des Staates für höhere Zuschüsse zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenkasse (76 Prozent)
  3. automatischer Beitritt aller Berufsanfänger in eine betriebliche Altersversorgung" (jeweils 76 Prozent)

Auffällig ist zudem: Eine Mindestrente für langjährig Versicherte bewerten nur 33 Prozent "gut" oder "sehr gut". Von deutlich mehr, nämlich 43 Prozent, wird sie hingegen als "schlecht" oder "sehr schlecht" angesehen.

Über den "Axa Deutschland-Report 2018"
Durch insgesamt 3.368 Interviews wurden repräsentativ in allen 16 Bundesländern Erwerbstätige und Personen im Ruhestand befragt. Die Ergebnisse wurden bevölkerungsrepräsentativ gesamtgewichtet, um auch bundesweite Aussagen ableiten zu können. Die Befragung wurde im April 2018 im Auftrag von Axa in Zusammenarbeit mit dem Institut Yougov Deutschland erstellt.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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