Europaweit gehen Vermittlerzahlen zurück

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Deutschland steht wohl zu Unrecht in der Kritik, zu viele Versicherungsvermittler zu haben. Das zeigt eine aktuelle Analyse.

Das Vermittlerregister weist in Deutschland aktuell rund 224.000 Vertreter, Makler und Berater aus - Tendenz seit Beginn der Registrierungen rückläufig. Dennoch ist Deutschland immer wieder kritisiert worden, zu viele Vermittler zu haben. Kritische Branchenbegleiter argwöhnen, dass viele Vermittler zu vielen unnötigen, verkauften Versicherungen führe - als ob die Kunden willenlose Opfer von Verkäufern wären und nicht durchaus souverän selbst entscheiden, was sie abschließen oder auch nicht.

Europa liefert nur lückenhafte Zahlen
Im europäischen Vergleich ist die Vermittlerzahl gar nicht so außerordentlich hoch. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Europe Economics, das oft auch von europäischen Regierungsinstitutionen genutzt wird, zeigt ein differenziertes Bild. Im Auftrag des Europäischen Vermittlerdachverbands Bipar hat Europe Economics Daten in den Ländern der Union über Vermittlerzahlen, Einwohner und Marktanteile der Vertriebswege erhoben.

Leider waren auch für die Marktforscher wohl viele nationale Vermittlerregister nicht zugänglich, entgegen der Idee einer europaweiten Transparenz. Aber für immerhin 13 Mitgliedsländer liegen Zahlen vor.

Deutschland liegt im Mittelfeld
Danach liegt Deutschland mit 287 Vermittlern je 100.000 Einwohner nur leicht über dem Durchschnitt der verglichenen Länder. Der Gesamtschnitt sind 255 Vermittler. Dabei wurde gar nicht einmal die aktuellste Zahl des deutschen Vermittlerregisters genutzt, sondern noch eine höhere Zahl von 233.000 Vermittlern.

Ganz erheblich darüber liegen Luxemburg mit 1.631 und Tschechien mit 1.582 Vermittlern pro 100.000 Einwohner. Auch die Slowakei und Litauen weisen mehr Makler und Vertreter auf.

Deutlich weniger Vermittler bezogen auf die Bevölkerungszahl gibt es in Estland (34), Frankreich (83), Belgien (110) und Malta (123). Unweit des deutschen Schnitts bewegen sich Spanien, Polen, Italien und Rumänien.

Rückläufige Tendenz in verschiedenen europäischen Märkten
Gegenüber einer Vergleichsuntersuchung von vor einem Jahr ist die Zahl der Vermittler in den hier untersuchten Ländern um fünf Prozent zurückgegangen. Einen sehr starken Rückgang verzeichnet Rumänen. Zuwächse gab es aber auch, und zwar in der Slowakei und in Estland. Für sechs Länder gab es allerdings offenbar keine aktuelleren als die im Jahr zuvor verwendeten Zahlen.

Bei aller Vorsicht wegen der sehr lückenhaften Datenbasis scheint es aber so zu sein, dass die Zahl der Vermittler in ganz Europa eher ab- als zunimmt. Weiterhin aber spielen Vertreter und Makler fast überall eine bedeutende Rolle bei der Beratung und Versorgung der Bevölkerung.

Vermittlerzahlen Europa

Autor(en): Matthias Beenken

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