GDV wehrt sich gegen LV-Kritik

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Der Lebensversicherung droht ein Crash. "Ich rate allen, deren Verträge noch länger laufen: Raus aus den Policen! Kündigen Sie!". So warnte unlängst ein ehemaliger Versicherungsmanager in einem "Stern"-Interview. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind die Aussagen von Sven Enger reine Panikmache und er hält mit Argumenten dagegen.

Unverantwortliche und unfundierte Panikmache, so bezeichnet der Verband die Aussagen Engers, 23 Jahr in der Branche gearbeitet hat unter anderem bei Skandia und Delta Lloyd. "Herr Enger möchte ein Buch verkaufen", sagte das Mitglied der GDV-Geschäftsführung, Peter Schwark. "Werbung zu machen ist legitim, nicht aber das bewusste Schüren vollkommen unbegründeter Ängste."

Die zentrale These Engers, der Lebensversicherung drohe ein "Crash", entbehre jeder sachlichen Grundlage: "Die deutschen Lebensversicherer können nicht nur heute, sondern auch in Zukunft alle Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden erfüllen. Und das selbst in Extremszenarien, die statistisch nur einmal in 200 Jahren auftreten", betonte Schwark.

Auf seiner Homepage nimmt der GDV zu Aussagen Engers Stellung. Hier im Wortlaut einige Beispiele:

"In den kommenden Jahren stehen Millionen Verträge der Babyboomer zur Auszahlung an. Das System gerät in eine Demografiefalle."
GDV:
Das System der Lebensversicherung beruht auf der Kapitaldeckung. Die Leistungen werden planmäßig aufgebaut und bei Vertragsende unabhängig von der Demografie aus den vorhandenen Kapitalanlagen gedeckt. Das Umlagesystem der gesetzlichen Rentenversicherung ist dagegen demografieabhängig. Die Kombination verschiedener Systeme trägt dazu bei, die Altersvorsorge insgesamt zu verbessern.

"Es gibt 93 Millionen Verträge mit Ablaufleistungen von mehr als drei Billionen Euro. (…) das sind alles die Einlagen von Kunden, die sie irgendwann zurückfordern. Und wenn das crasht: Wer will das auffangen?"
GDV:
Hier bringt Herr Enger elementare Begrifflichkeiten durcheinander. Die drei Billionen Euro bezeichnen die Versicherungssumme aller Lebensversicherungsverträge einschließlich Todesfall- und Berufsunfähigkeitsleistungen. Etwa die Hälfte dieses Betrags entfällt auf die Risikoabsicherung, die nur dann fällig wird, wenn Versicherungsnehmer vorzeitig versterben oder berufsunfähig werden. Da dieses Schicksal den meisten Kunden erspart bleibt, wird nur ein Teil dieser Versicherungssumme überhaupt einmal fällig werden. Für den übrigen Teil ist bereits 1.000 Milliarden Euro an Kapital angespart, dazu kommen noch die laufenden Versicherungsprämien und Erträge bis zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit.

"Eine Lebensversicherung zum Sparmodell aufzuhübschen (…) stellt für mich den Sündenfall der Branche dar."
GDV:
Lebensversicherungen mit einer Kapitalbildungskomponente werden seit 150 Jahren angeboten! Dazu zählen Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen. Insgesamt wurden für die Kunden daraus über 1.000 Milliarden Euro zurückgelegt. Jahr für Jahr werden für die Altersversorgung der Bürger daraus 70 bis 80 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht ca. 200 Millionen Euro pro Tag und etwa 30 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Und: Wer im Jahr 1996 eine Rentenversicherung mit 20-jähriger Laufzeit abgeschlossen hat, kam auf eine durchschnittliche Rendite nach Kosten von knapp 4 Prozent – wohlgemerkt pro Jahr.

Quelle: GDV

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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