GVNW und BDVM: Pandemie-Absicherung soll Wirtschaft schützen

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Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) und der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) befürworten eine Pandemie-Absicherung, um die Zukunftschancen der deutschen Wirtschaft zu sichern. Versicherungswirtschaft und Staat sollen hierfür eng zusammenarbeiten (Public-Private Partnership).

Die beiden Verbände haben in einem gemeinsamen Thesenpapier festgehalten, dass die Entwicklung des Covid-19-Virus in der Bundesrepublik Deutschland gezeigt habe, dass in einer vernetzten Welt von Viren ausgelöste Pandemien jederzeit die Wirtschaft schädigen könne. Um für diese Herausforderung gewappnet zu sein und den Betroffenen eine eigenständige Schutzmöglichkeit bereitzustellen und so zu verhindern, dass die deutsche Wirtschaft in einer solchen Situation von staatlichen Zuwendungen abhängig werde, erachten die Verbände es für notwendig, eine Pandemie-Absicherung zu kreieren.

Das Instrument der Betriebsschließungsversicherung tauge hierfür nur in eingeschränktem Maß.
So könnten die Eckpfeiler einer guten Pandemie-Absicherung aber aussehen:

  1. Eine Pandemie-Absicherung sei nötig, weil eine umfassende und dauerhafte Absicherung aller aus einer Pandemie folgenden wirtschaftlichen Schäden die Leistungsfähigkeit der Versicherungswirtschaft deutlich überschreitet.
  2. Die Absicherung muss allen Arten und Größen von Unternehmen sowie Selbständigen zur Verfügung stehen und sollte sich nicht nur auf KMU beschränken. Hierzu sollte sie gestaffelt sein, weil kleine Unternehmen und Selbstständige einen anderen Bedarf haben als große Industriefirmen.
  3. Die Pandemie-Absicherung sollte eine freiwillige Lösung sein. Es muss jedoch jedem Unternehmer klar sein, dass zur Risikovorsorge eine Beschäftigung mit dem Abschluss einer solchen Pandemie-Absicherung selbstverständlich sein sollte.
  4. Es müsse bei der Schaffung einer Pandemie-Absicherung durch Versicherungswirtschaft und Staat jedem Unternehmer klar sein, dass der unterlassene Abschluss einer derartigen Absicherung nicht dazu führen könne, dass im Pandemiefall der Staat uneingeschränkt helfen könne. Es müssten Anreize geschaffen werden, welche die Betroffenen motivierten, in eine solche „Pandemie-Vorsorge“ zu investieren.
  5. Die bewährten Mechanismen der Versicherungswirtschaft und ihre Fähigkeit, entsprechende Beiträge zu kalkulieren und im Schadenfall die Absicherung auch schnell zur Verfügung zu stellen, machen eine solche „Pandemie-Vorsorge“ als Versicherungslösung sinnvoll. Die Extremus-Versicherung zur Absicherung von Terrorangriffen könne hier als ein Beispiel dienen. Es sollte überlegt werden, Extremus auf die Pandemie-Absicherung zu erweitern.
    1. Da der Staat durch im Vorhinein finanzierte Absicherung im Pandemiefalle entlastet werde, sollte sich im Rahmen einer „Public-Private Partnership“ der Staat auch bei der Finanzierung einer solchen Pandemie-Abdeckung beteiligen. Hierdurch könnten die Risikoprämien in einem vertretbaren finanziellen Rahmen gehalten werden.
    2. Diese Versicherungslösung sollte nicht dazu dienen, dass unterhalb einer Mindestschwelle stattfindende wirtschaftliche Beeinträchtigungen abgedeckt werden. Es sei deswegen ein einfacher „Schwellenwert“ wirtschaftlicher Beeinträchtigung und eine damit einhergehende Gefahr für die Tätigkeit der Betroffenen zu definieren, der schnell die Versicherungsleistungen auslöse.
    3. Um insbesondere den Interessen großer gewerblicher und industrieller Unternehmen gerecht zu werden, bedürfe es über den Grundbaustein der Versicherungslösung hinaus weitergehender Absicherungsinstrumente. Ob über eine Versicherung oder über den Kapitalmarkt.
    4. Bei Schaffung einer Pandemie-Absicherung sollte versucht werden, auf europäischer Ebene eine Harmonisierung der Sicherungsinstrumente zu erreichen. Bei der Ausbaustufe biete es sich an, eine europäische Lösung anzustreben. Die deutsche Lösung könne allerdings ein Referenzmodell für die EU-Staaten sein.  

    GVNW und BDVM haben in ihrem gemeinsamen Thesenpapier signalsiert, dass sie für eine Diskussion mit allen relevanten Gruppen bereit sind, um eine derartige Pandemie-Absicherung auf den Weg zu bringen.

    Quellen: BDVM, GVNW

      Autor(en): Versicherungsmagazin

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