Klassik versagt bei steigenden Zinsen

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Sollten die Zinsen in den nächsten Jahren unerwartet ansteigen, können klassische Lebensversicherungsprodukte an diesen hohen Zinsen nicht partizipieren. Darauf machte Dr. Johannes Lörper, Ergo Leben-Vorstand, bei einem Vortrag am 30. Oktober 2014 im Rahmen der DKM aufmerksam.

Dies nahm Lörper als Begründung der neuen Produktwelt mit neuen Garantieformen, die auch die Ergo mit der "Garantie Rente" einführte. Die Auswirkungen der Niedrigzinsphase führten dazu, dass viele Lebensversicherer langfristig angelegt seien. Sollten die Zinsen rasch steigen, könnten die Lebensversicherer mit der alten Produktwelt nur sehr langsam reagieren. Die Altersversorgung spiele sich dann auf einem Niveau von etwa vier Prozent Ablaufleistung ab. Steigt das Zinsniveau zum Beispiel auf sechs bis sieben Prozent - bei einer gleichzeitig zu erwartenden Inflation von fünf bis sechs Prozent -, dann würde die Altersversorgung schneller aufgezehrt.

Bittere Pille Höchstzillmersatz
Als "bitterste Pille" bezeichnete beim Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) die Absenkung des Höchstzillmersatzes auf 25 Promille. Dies treffe Versicherer, Kunden und Vermittler gleichermaßen. Die einzige Gruppe, die profitiere, seien Kunden, die relativ früh ihre Lebensversicherung stornierten. Alleine die Umstellung der etwa 2.000 offenen Tarife der Ergo werde einen großen Aufwand für den Versicherer bedeuten.

Kritik an Anhebung der Mindestzuführung
Die anhaltende Niedrigzinsphase führe dazu, dass die Versicherer Kosten sparen müssten, ist der Ergo-Vorstand weiter überzeugt. Auch kritisierte er die im LVRG vorgesehene Anhebung der Mindestzuführung bei den Risikogewinnen von 75 auf 90 Prozent. Im Moment gebe jeder Versicherer sowieso mehr, als er nach dem Gesetz müsse. Die Änderung bringe also nichts. Aber der künftige Bewegungsspielraum werde angesichts der neuen Solvenzvorschriften unnötigerweise eingeengt.

Bildquelle: © K-U Haessler/Fotolia.com

Autor(en): Bernhard Rudolf

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