Klassische Tarife aus den Regalen geräumt

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Einige Lebensversicherer haben sich aus dem Geschäft mit klassischen Policen bereits verabschiedet. Weitere werden folgen. Was es für den Bestandskunden bedeutet, wenn sich der Versicherer aus dem Neukundenwettbewerb verabschiedet.

Ergo, HDI, Basler, Generali, Zurich - die Liste der Anbieter ist durchaus prominent, die
sich aus dem Neugeschäft mit klassischen Policen zurückgezogen haben. Nicht nur Marktführer Allianz bewirbt die klassischen Tarife nicht mehr aktiv. Was ist die Konsequenz für den Versicherungsmakler?
Der Kunde, für den ein klassischer Tarif nach wie vor am besten zu seinen Bedürfnissen passt, wird eben woanders eingedeckt. Aber ist das schon alles? Muss der Makler nun auch die Gesellschaften
im Blick haben, die schon erste Schritte unternommen haben, sich langfristig aus dem Markt zu verabschieden?

Branchendurchschnitt unter drei Prozent
Die langen Laufzeiten sind seit jeher charakteristisch für Rentenversicherungsprodukte. Und die Kritiker hatten seit jeher das drohende Verlustgeschäft bei vorzeitiger Kündigung im Blick. Während an dieser Stelle durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG ) mittels höherer Rückkaufswerte Besserung stattfindet, geraten nun die sinkenden Renditen im Zuge der Niedrigzinsphase in den Fokus.

Erstmalig liegt der Branchendurchschnitt bei der laufenden Verzinsung im Neugeschäft bei unter drei Prozent. Zwar ist die laufende Verzinsung im Marktschnitt schon seit Jahren rückläufig. Auffällig ist jedoch, dass gerade die Gesellschaften, die die klassischen Tarife aus den Verkaufsregalen geräumt haben, besonders niedrige Werte aufweisen. So ist die Zinsdeklaration für 2016 im Marktdurchschnitt für die aktuelle Tarifgeneration privater Rententarife weiter gesunken – von 3,11 Prozent im Vorjahr auf 2,86 Prozent.

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In welche Richtung sich die Lebensversicherer künftig bewegen möchten, veranschaulicht auch die jüngste Quartalsmitteilung der Allianz. In dieser heißt es (ein Auszug):

"Im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft war das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten 2016 mit 1,9 Milliarden Euro stabil. Die Beitragseinnahmen betrugen im ersten Halbjahr 33,0 Milliarden Euro, eine Abnahme von 7,2 Prozent. Die Neugeschäftsmarge für die ersten sechs Monate betrug 2,6 (1,5) Prozent und spiegelt die gezielte Verlagerung hin zu kapitaleffizienten Produkten wider. Demzufolge erhöhte sich der Neugeschäftswert im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 49,7 Prozent auf 710 Millionen Euro.

Die Beitragseinnahmen sanken im zweiten Quartal um 2,6 Prozent auf 16,3 (16,7) Milliarden Euro. Dieser Rückgang erfolgte aufgrund niedrigerer Beitragseinnahmen aus traditionellen und fondsgebundenen Verträgen im Einmalprämiengeschäft

'Das Lebensversicherungsgeschäft erlebt eine grundlegende Transformation, mit Umsatzwachstum der kapitaleffizienten Produkte und der daraus resultierenden gestiegenen Profitabilität in einem sehr herausfordernden Zinsumfeld. Die Vorteile dieses neuen Produktmixes belegen unsere Fähigkeit, sich dem Niedrigzinsumfeld schnell anzupassen', so Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE."

Textquellen: Versicherungsmagazin, Stefan Wehr; Allianz
Bildquelle: © fm2 / fotolia

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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