Kunstversicherung: Unsicherheit groß

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Die Kunst und ihr Schutz steht im Zeichen großer Unsicherheit. Das ist das Fazit des aktuellen Kunstversicherungsgesprächs, das der Makler Zilkens Fine Art jährlich auf der Art Cologne veranstaltet. Mehr als 150 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz nahmen in diesem Jahr an der Veranstaltung teil.

Zwar ist in Niedrigzinszeiten die Kunst attraktiv für Kapitalanleger, gleichwohl gibt es keine verlässlichen Daten zum Kunstrisiko oder zum Kunstmarkt. amit wird die Nischensparte derzeit besonders schwierig. Denn laut Nadine Oberste-Hetbleck von der Universität Köln haben politische und wirtschaftliche Veränderungen immer eine deutliche Auswirkung auf den Kunstmarkt. Sie lassen sich bisher aber nicht systematisieren oder quantifizieren. "Viele Marktteilnehmer haben ein Interesse daran, ihre Branche für Außenstehende weiterhin intransparent und unsicher zu halten", so Versicherungsmakler Stephan Zilkens.

Digital versus individuell

Problematisch ist zudem der technologische Fortschritt. Mit dem Internet würden sowohl die Versicherer wie der Kunsthandel noch auf dem Kriegsfuß stehen. Mit der Digitalisierung umzugehen und neue Produkte in diesem Zusammenhang zu entwickeln, sei eine der zentralen Herausforderungen für die Versicherungsbranche. Das gilt ebenso für den Ausbau von digitaler Beratungskompetenz. Experten betonen aber, dass Kunstversicherung immer ein People Business bleiben wird. So weist Birgit Rolfes, Leiterin der Artima Kunstabteilung bei der Mannheimer Versicherung, darauf hin, dass es nicht um standardisierte Produkte gehe, sondern um Objekte, zu denen Kunden eine emotionale Bindung hätten. Daher erwarteten sie auch individuelle Behandlung, wenn es um die Absicherung gehe.

Angriff auf Eigentum per Gesetz
Große Verunsicherung gibt es im deutschen Kunstmarkt aufgrund des neuen Kulturgutschutzgesetzes. Der Handel habe als Reaktion Teile seiner Aktivitäten ins Ausland verlegt. Das wiederum ist potentiell schädlich für den gesamten Kunsthandel, da Kunst in der Regel eben nicht gekauft wird, um sie in weit entfernten Lagern nicht nur dem Zugriff des Staates zu entziehen, sondern faktisch auch dem eigenen. Die Auswirkungen des von manchen Stimmen als Angriff auf das Privateigentum verstandenen Kulturgutschutzgesetzes sind allerdings nicht versicherbar.

Gegen Verluste durch Gesetze gebe es keine Police, so Kai Kuklinski, Vorstandsvorsitzender der Axa Art. Demgegenüber lässt sich die Terrorangst, die selbst bei randständigen Ausstellungen an abgelegenen Orten zum Thema geworden ist, durchaus bannen. Das Risiko sei versicherbar. Was noch möglich ist und welche Akteure im deutschen Kunstversicherungsmarkt eine besondere Rolle spielen, zeigt eine Marktumfrage des Versicherungsmagazins, die im Heft 7/2017 am 29. Juni erscheinen wird.

Foto: © tsunglinwu/Fotolia

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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