Mageres Wissen über Steuervorteile bei der Vorsorge

Viele Kunden wissen nicht, dass ihre Altersvorsorge steuerlich gefördert wird. Das gilt vor allem für die private Renten- und Lebensversicherung. Die Regelung, dass nach 12-jähriger Laufzeit und einem erreichten Alter von 60 Jahren, die Sparer nur die 50 Prozent der Kapitalerträge versteuern müssen ist weniger als einem Fünftel der Bundesbürger bekannt. Außerdem haben bisher lediglich 23 Prozent der Kunden registriert, dass es künftig Verschlechterungen geben wird.


Ab Januar 2012 müssen die Kunden 62. Jahre alt sein, wenn sie die Steuervorteile nutzen wollen. Betroffen sind zudem Riester- und Rürup-Renten sowie die betriebliche Altersversorgung. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GFK Marktforschung im Auftrag der Gothaer Lebensversicherung unter 1.000 Bürgern ab 14 Jahren.

Von den Befragten unter 30 Jahren haben sogar nur zwölf Prozent etwas von steuerlichen Veränderungen gehört. Immerhin wissen 73 Prozent der Befragten, dass der Staat bei Riester-Verträgen eine Förderung gewährt. Beim Bausparen wissen von der steuerlichen Förderung nur 43 Prozent der Befragten. Historisch einmalig günstig, ist nach Einschätzung der Interhyp AG derzeit die Immobilienfinanzierung. Noch gebe es Immobilienkredite ab 3,2 Prozent. Doch die Konditionen würden wieder anziehen.

Veränderungen gibt es auch bei Renten- und Lebensversicherungen. Wie viele Kunden wissen, dass der Garantiezins auf den Sparanteil von Vorsorgepolicen ab 2012 von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent sinkt, hat die Gothaer überraschender Weise aber nicht erfragt. Natürlich macht das Unternehmen, wie viele in der Branche, Werbung für einen Jahresschlussverkauf. Bei der Gothaer heißt der Slogan: "nicht die Butter vom Brot nehmen lassen".

Sparen ist nicht spießig
Immerhin steht bei den Deutschen Sparen wieder hoch im Kurs. 120 Euro wird im Schnitt pro Monat für die private Rente zurückgelegt, wie die CosmosDirekt in einer Forsa-Umfrage ermittelt hat. Dass Sparen eher etwas für Spießer ist, glauben nur sechs Prozent der jungen Erwachsenen.

Jüngeren Sparern gelingt es allerdings seltener, ihre Strategie konsequent in die Tat umzusetzen: Während vier von fünf Senioren (78 Prozent) diszipliniert bleiben, schafft das nur jeder Zweite (52 Prozent) unter 30. Brüche in der Biografie erfordern daher flexible Produkte.

Bild: © Gerd Altmann/

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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