Map-Rating: Nur die Hälfte der privaten Krankversicherer stellt sich

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Beim 18. Rating von privaten Krankenversicherungen durch den Map-Report konnten neun Versicherer die Höchstnote "mmm" für hervorragende Leistungen erzielen. Kundenunfreundlich zeigte sich leider die Hälfte aller privaten Krankenversicherer (PKV). Sie nahmen nicht an der Untersuchung teil.

Testsieger ist die Debeka, die in allen drei Untersuchungsbereichen "Bilanz", "Service und Transparenz" sowie "Vertrag" glänzen kann. Der Koblenzer Versicherer erzielt 83,40 von möglichen 100 Punkten. Auf den Rängen folgen Provinzial (78,96 Punkte), Signal Iduna (75,50), SDK (73,20), Alte Oldenburger (71,55), R+V (71,51), LVM (71,50), Huk-Coburg (71,15) und Barmenia (70,30). Fünf weitere PKV-Anbieter erreichen noch ein "mm" für sehr gute Leistungen. Lediglich ein Unternehmen muss sich mit einem "m" für gute Leistungen zufriedengeben.

Schwache bleiben intransparent
Nach Einschätzung der Analysten, blieben in der Regel die "schwächeren" Marktteilnehmer dem Test fern. Nicht reagiert oder ihre Teilnahme abgesagt haben Arag, Axa, Central, Continentale, DEVK, Hallesche, Inter, Nürnberger, Universa, Württembergische, Bayerische Beamtenkranken, Gothaer, LKH, Münchener Verein und UKV. Bei einer Teilnahme dieser Unternehmen, hätten nach Einschätzung der Autoren die bewerteten transparenten PKV-Versicherer sogar noch besser abgeschnitten.

Geringer Prämienanstieg für Altkunden
Erstmals hat der Map-Report nun Bestandsprämien nicht nur anhand von fiktiven Musterkunden, sondern für den Bestand abgefragt. Zwölf der 15 Unternehmen, die am Test teilgenommen haben, waren bereit auch bei Bestandsprämien Transparenz walten zu lassen. Allein die die DKV, die Hanse Merkur und die Signal Iduna wollten sich bei diesen Daten nicht in die Karten schauen lassen.

Im Zeitraum der vergangenen fünf Jahre von 2012 bis 2016 erhöht die Debeka die Bestandsprämien für alle Vollversicherten im Schnitt nur um 0,8 Prozent pro Jahr. Bei der SKD betrugt die durchschnittliche jährliche Erhöhung 1,3 Prozent, bei der Mecklenburgische 1,5 Prozent und bei der Provinzial 1,7 Prozent. Über zwei Prozent lagen Alte Oldenburger (2,1), Concordia (2,3), Pax-Familienfürsorge (2,3), Allianz (2,5), Barmenia (2,5) Huk-Coburg (2,9), LVM (3,6) und R+V (3,8). Im Schnitt passten diese Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren die Prämie für Altkunden um rund 2,3 Prozent an.

Prämien in der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen stärker
Das deckt sich auch mit einer Untersuchung, die das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) Ende 2016 veröffentlich hat. Danach schätzen die Analysten den jährlichen Beitragsanstieg Zeitraum von 2007 bis 2017 in der PKV auf drei Prozent. Das zeigt, dass die Map-Autoren mit ihrer Vermutung Recht haben, dass Unternehmen mit schlechteren Zahlen die Untersuchung gemieden haben. Spannend ist jedoch, dass das WIP auch die Steigerung der Prämien der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet hat. Sie stiegen in dem betrachteten 10-Jahreszeitraum mit 3,2 Prozent im Vergleich zu den Privatversicherern sogar stärker an.

Alterungsrückstellungen wirken
Anhand einer Musterrechnung hat der Map-Report zudem die Beitragsentwicklung für Senioren, dargestellt. Im Schnitt lag der Beitragsanstieg der Angestellten im Ruhestand, die 2018 76 und 74 Jahre alt waren, pro Jahr bei 2,3 Prozent. "Für diese Versicherten entfaltet die Verwendung der Alterungsrückstellung ihre Wirkung", so die Studienmacher.

Im Servicebereich wurde das Thema "Gesundheitsmanagement" für den aktuellen Test überarbeitet. So gebe es einen Trend in der PKV, nicht nur die Folgen von Krankheiten zu bezahlen, sondern die Kunden durch Beratung auch vor dem Eintritt von gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu bewahren und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Darum wurde das Gesundheitsmanagement nun höher bewertet. Das wurde der Mecklenburgische zum Verhängnis. Da das Unternehmen diesen Service "so gut wie gar nicht anbietet" verlor es hier Punkte und musste sich mit der Bewertung "m" für gute Leistungen zufriedengeben.

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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