Millennials fordern die Assekuranz heraus

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Junge Menschen wünschen sich eine altersgerechte und individuelle Ansprache ihrer Versicherer, die ihnen Versicherungsprodukte verständlich erklären sollen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Nürnberger Versicherung und des F.A.Z-Instituts unter 1.000 Bundesbürgern im Alter zwischen 18 und 29 Jahren.

Die so genannten Millennials, die 22 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, sind eine Herausforderung für die Assekuranz, denn gegenüber Absicherung und Altersvorsorge sind sie häufig zurückhaltend. Rund 50 Prozent der jungen Menschen fürchten sich vor Altersarmut aber trotz dieser Angst sparen nur 45,8 Prozent der Befragten regelmäßig für ihr Alter. Ein Motiv für diese Haltung sei auch fehlendes Vertrauen in die Branche, so die Studienmacher.

Warum ist die Sparneigung gering?

Die Antworten, warum die Sparneigung relativ gering ist, fallen unterschiedlich aus. Insgesamt investieren 20 Prozent aller Befragten in Dinge, die mehr Rendite oder Vermögen bringen als herkömmliche Sparprodukte. Ihr Ziel ist es, im Alter einmal davon leben zu können. Dazu zählen beispielsweise Immobilien oder Wertpapiere.

Fast jeder Fünfte (19,8 Prozent) ist davon überzeugt, später von den eigenen Einkommen und Ersparnissen leben zu können. Lediglich 17 Prozent der Millennials haben nach eigener Angabe kein Geld übrig, um für das Alter vorzusorgen. 26,7 Prozent, die so antworteten sind aktuell weder im Beruf noch in einer Ausbildung. Auch Hauptschulabsolventen weisen hier mit 25,7 Prozent einen überdurchschnittlichen Wert auf.

Zehn Prozent verstehen die Produkte nicht

Fatalistische 14,3 Prozent geben ihr Geld lieber gleich aus, da sie nicht wissen, was später kommt. Diese Haltung ist unter Schülern (20 Prozent) und anderen Personen ohne einen Schulabschluss (27,3 Prozent) überdurchschnittlich häufig anzutreffen. 12,6 Prozent sehen wegen der Niedrigzinsphase keinen Sinn im Sparen.

10,7 Prozent geben an, dass sie Altersvorsorgeangebote nicht verstehen. Vor allem Selbstständige wollen sich nicht mit Details der Produkte befassen (20,7 Prozent). 7,6 Prozent aller Befragten haben nach eigener Aussage den Umgang mit Geld von den Eltern und in der Schule nicht gelernt. Lediglich 7,6 Prozent aller Befragten lehnen Sparen für die Rente grundsätzlich ab, mit dem Hinweis, sich später darum kümmern zu wollen.

Komplexität schreckt ab

Die jungen Menschen haben klare Vorstellungen davon, was sich in der Versicherungsbranche ändern sollte, um für sie attraktiver zu werden. An erster Stelle stehen die Themen Ehrlichkeit und Transparenz im Hinblick auf die Beratung und die Ausgestaltung der Produkte. Aber auch die Preise spielen eine Rolle. Viele wünschen sich entweder ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis oder günstigere Vorsorgeprodukte mit einer höheren Rendite.

Ein weiterer Punkt, den Millennials beim Abschluss von Versicherungen kritisch bewerten, ist die Komplexität der Produkte und deren Beschreibungen in oftmals umfangreichen Vertragsunterlagen. Hier wünschen sie sich eine deutliche Vereinfachung. Die Anbieter sollen ihnen die Produkte und die damit verbundenen Leistungen so erklären, dass sie die Zusammenhänge auch verstehen und dabei die Kommunikation so einfach und knapp wie möglich gestalten.

Die Zielgruppe ansprechen

Zuletzt fordern junge Kunden eine stärkere Orientierung der Versicherungswirtschaft an der Zielgruppe. Hierzu zählen neben einem moderneren und jüngeren Image der Branche auch die Berücksichtigung der individuellen Kundenbedürfnisse sowie die Entwicklung spezifischer Produkte, die auf die veränderten Biographien und Karrierewege der jungen Generation zugeschnitten sind.

"Wir müssen in der Lage sein, diesen jungen Menschen glaubhaft zu erklären, warum Risikoabsicherung und Altersvorsorge zentrale Bestandteile ihrer Lebensphasenplanung sein müssen. Hier ist eine gute und vor allem zielgruppengerechte Kommunikation der Schlüssel."  Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender Nürnberger Versicherung

Über die Studie

In der repräsentativen Studie "Millennials", die von der Nürnberger Versicherung gemeinsam mit dem F.A.Z-Institut initiiert wurde, hat die Marktforschungsgesellschaft Toluna insgesamt 1.000 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 29 Jahren zu den Themen Altersvorsorge, Risikoabsicherung und Versicherungswirtschaft befragt. "Wir nehmen das Desinteresse von Millennials an Versicherungsthemen ernst und wollen uns hier engagieren. Um aber tatsächlich etwas bewirken zu können, ist es äußerst wichtig zu erfahren: Was bewegt diese Generation und was liegt dieser bedenklichen Entwicklung zugrunde?", begründet der Versicherer sein Engagement.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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