Rating der Berufsunfähigkeits-Versicherung: Stabilität maßgeblich

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Mit seinem Berufsunfähigkeits-Versicherer geht der Kunde in der Regel eine Ehe bis zum Rentenstart ein. Daher ist das neue Stabilitätsrating von Franke & Bornberg, das im Map-Report veröffentlicht wurde, eine der wichtigsten Beratungshilfen.

Von einem Wechsel des Berufsunfähigkeits-Versicherers rät die Stiftung Warentest ab. Denn wer älter wird, zahlt mehr für den Schutz. Zudem muss man beim Wechsel mit Risikoaufschlägen oder sogar einer Antragsablehnung rechnen. Denn in der Regel steigen die Wehwehchen mit den Jahren. 

Weiche Scoring-Modelle begünstigen Manipulation 

Mit einem umfangreichen Test hat der Map-Report nun untersucht, welche Versicherer aller Voraussicht nach auch in der Zukunft, besonders stabil bleiben und somit ein guter Partner für den Kunden sind. In das Rating flossen die Prämienkalkulation, Bestandsrisiken und das so genannte Scoring ein.

Hier wird es für Vermittler sehr interessant. Denn die Einschätzung des beruflichen Risikos ist neben der Gesundheitsprüfung eine wichtige Säule der Prämienkalkulation. "Weiche" Scoring-Modelle finden bei den Ratern wenig Anklang. Daher gab es für problematische Fragen, die der "Manipulation Tür und Tor" öffnen würden, Abzüge. Betroffen sind Fragen nach dem Anteil der kaufmännischen Tätigkeit, dem Anteil der körperlichen Tätigkeit und dem Anteil der Reisetätigkeit.

LV 1871 siegt

Gleichzeitig liest sich die Kritik der Rater hier wie eine Anleitung für Versicherungsmakler, um günstige Prämien zu erzielen. So könnten die Vermittler die "Sprungstellen" erkennen, an denen der Beitrag überproportional steigt. "Es ist leicht nachvollziehbar, dass Angaben 'optimiert' werden, um eine möglichst günstige Einstufung zu erlangen", sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur. Die falschen Einstufungen würden sich aber nicht ausgleichen, sondern gingen regelmäßig gegen die kalkulierte Risikoverteilung im Versicherungskollektiv. Problematisch ist nach Ansicht der Tester zudem, wenn hohe Dynamiksätze ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung angeboten werden. Das bewirke eine unkalkulierbare Risikoerhöhung für das Versichertenkollektiv.

Dargestellt wurde in der Tabelle der wichtigste Ratingbereich, die Stabilitätsbewertung. Zudem wurde die Finanzstärke über die Bilanzkennzahlen ermittelt. Das führt zu einem Gesamtergebnis, bei dem die LV 1871 die beste Bewertung mit 86,7 Prozent Zielerfüllung und der Note ein „mmm+“ für exzellente Leistungen erzielte. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Allianz ist sehr knapp und beträgt nur 2,5 Prozentpunkte. Auch Vorjahres-Sieger Swiss Life (82,3 Prozent) sowie Hannoversche (82,2 Prozent), Continentale (81,3 Pozent) und Volkswohl Bund (80,6 Prozent) gelang der Sprung über die 80-Prozent-Hürde. Die Gesellschaften überzeugten in allen drei Teilbereichen des Ratings. 

Map Report BU 3/2021

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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