Ruhestandsplanung: Menschen unterschätzen eigene Langlebigkeit

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"Die meisten Menschen in Deutschland unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung systematisch", erklärte Professor Dr. Jochen Ruß vom Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften, Ulm, am 20. März bei einer Aegon-Presseveranstaltung zum Thema Ruhestandsplanung im Wandel der Demografie.

Ein wichtiger Grund dafür könne sein, meint Ruß, dass der Todeszeitpunkt der Generation der Eltern und Großeltern einen mentalen Anker darstelle. Dabei steige die Lebenserwartung um etwa zweieinhalb Jahre pro Jahrzehnt. Mit anderen Worten: Wenn eine Generation etwa 30 Jahren entspricht, leben wir im Durchschnitt 15 Jahre länger als die Generation unserer Großeltern. Ruß nannte ein Beispiel: Eine heute 50-jährige Frau hat noch eine statistische Lebenserwartung von 36 Jahren.

Würden Sie Ihr Haus gegen Feuer versichern?
Weiteres Problem: Die Lebenserwartung sei der Normalfall. Für die Frage, ob man ein Risiko aber absichert, ist der Normalfall aber irrelevant. Dies machte Ruß an einem dramatischen Beispiel deutlich: Denn der Normalfall ist auch, dass mein Haus nicht abbrennt oder ich keinen Autounfall habe. Trotzdem sind die meisten Menschen davon überzeugt, dass sie eine Gebäude- oder Kfz-Versicherung brauchen. Auf die Altersvorsorge bezogen heißt das: Die Wahrscheinlichkeit, 90 Jahre zu werden, liegt bei einer 50-jährigen Frau bei 38,0 Prozent. Folgerichtige Frage des Ulmer Professors: „Würden Sie Ihr Haus gegen Feuer versichern, wenn es mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent abbrennen wird?“ Die Antwort würde bei den meisten wohl Ja lauten, im Falle der Altersvorsorge müsste sie dann logischerweise auch Ja lauten.

Eine private Rentenversicherung scheine bei vielen Menschen in der falschen "mentalen Schublade" Investment zu liegen. Es stehe fälschlicherweise nicht die Frage im Vordergrund "Welche Risiken kann ich reduzieren?", sondern eher: "Welche Rendite kann ich erzielen?" In erster Linie sei aber eine Rentenversicherung eine Versicherung gegen das Risiko, länger zu leben, als das Geld reicht.

Das "Beste aus zwei Welten"
Ruß sprach sich für eine flexible Rente aus. Darunter versteht er eine Rente, die Aegon mit ihrer "Aegon Secure Depot Rente" konzipiert hat. Diese beinhaltet, dass diese in der Phase, in der noch Geld vorhanden ist, typische Eigenschaften von Bank- und Fondsprodukten aufweist. Das Guthaben ist zum Beispiel auch nach Rentenbeginn dem Kunden einzeln zuzuordnen. Der Kunde profitiert von Überschüssen und er kann jederzeit über sein Kapital verfügen. Ist das Guthaben aufgebraucht, tritt die Versicherung in Kraft. Es wird dann eine lebenslange Rente bezahlt. Ruß nennt diese Kombination das "Beste aus zwei Welten".

Dass der zu einem solchen Produkt passende Fonds keinen großen Wertschwankungen unterliegen darf, liegt auf der Hand. Christian Machts von Black Rock Deutschland erläuterte, wie ein kontrolliertes Portfolio kaum Volatilitätsschwankungen unterliegen müsse. Man reagiere täglich auf Marktentwicklungen oder -störungen, um Schwankungen des Depots zu verhindern. Er verwies auf eine nachweisliche Erfolgsbilanz beim Volatilitätsmanagement, ohne auf Aufwärtspotenzial verzichten zu müssen.

Eine genaue Beschreibung der "Aegon Secure Depot Rente" lesen Sie in der Ausgabe 4/14 des Versicherungsmagazins, die Ende März 2014 erscheinen wird.

Autor(en): Bernhard Rudolf

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