Sofortrenten im Vergleich: Lohnen immer später

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Sofortrenten gegen Einmalbeitrag boomen derzeit. Dabei lohnen sie sich immer weniger, wie der Map-Report in einer aktuellen Analyse feststellt.

Viele Kunden wissen anscheinend nicht, was sie angesichts der niedrigen Zinsen mit Kapital aus Lebensversicherungen, Immobilienverkäufen oder Erbschaften machen sollen. Daher kaufen sie Sofortrenten und wetten somit auf ein langes Leben. Doch diese Wette wird immer riskanter. „Es dauert immer länger, bis sich die Sofortrente gegen Einmalbeitrag rentiert“, stellt Map-Report Chefredakteur Reinhard Klages fest.

Die dynamische Rente bei einem Musterkunden von 63 Jahren
Das zeigt sich beispielsweise daran, was in zehn Jahren Rentenzahlung aus einer eingezahlten Summe von 50.000 Euro zurückgeflossen ist. Der Musterkunde ist 63 Jahre alt. Während beispielsweise die dynamische Rente mit Rentenbeginn zum Jahresbeginn 2005 nach zehn Jahren eine Summe an Rentenzahlungen von durchschnittlich 30.320 Euro erzielt, wurden bei der im Jahr 2000 beginnenden Rente noch 36.871 Euro gezahlt. Bei der im Jahre 1995 beginnenden Rente waren es hingegen im Schnitt im gleichen Zeitraum noch 42.678 Euro.

Die höchste Leistung bei der dynamischen Sofortrente, die 2005 auf Basis des Musterfalls startete, erbrachte die Swiss Life. Sie schaffte in zehn Jahren immerhin eine Rückzahlung von 32.897 Euro, die WGV von 32.390 Euro, die R+V von 31.854 Euro, die Allianz von 31.712 Euro und die HUK-Coburg von 31.507 Euro.

Rendite bei Sofortrenten bald erst nach dem 80. Lebensjahr
Demgegenüber lagen die Zahlungen der SV Sachsen im gleichen Fall und Zeitraum nur bei 25.380, die der Inter bei 27.033 Euro und die der NBV bei 27.935 Euro. Mit 30.422 Euro schlägt die Cosmos – früher oft Mustergesellschaft – den Markt nur noch knapp. Die Debeka bleibt mit 29.911 sogar unter dem Branchenschnitt. Daher dürfte die Rendite bei Sofortrenten künftig wohl erst nach dem 80. Lebensjahr einsetzen.

Für dynamische Verträge, die am 1.1.2000 mit dem Musterkunden starteten – der Kunde zum Stichtag also 78 Jahre alt war - gab es bei der Debeka ein Auszahlungsplus von 8.164 Euro, bei der LV 1871 von 6.640, bei der Allianz von 6.263 und bei der WGV von 6.018 Euro. Insgesamt leisteten zu diesem Zeitpunkt mit Ausnahme der SV Sachsen alle Versicherer mehr als der Kunde zu Beginn eingezahlt hatte. Leistungen um die Einzahlungssumme von 50.000 Euro sind aber trotzdem noch eine echte Magerrendite.

Tatsächliche Absenkungen: Ärgernis für den Kunden
Erstmals wurde in der Untersuchung zwischen dynamischen, teildynamischen und konstanten Renten unterschieden. Zu den beiden letzen Arten konnten aber nur wenige Daten erhoben werden. Sie dürften am Markt künftig weiterhin kaum eine Rolle spielen. So schreibt der Map-Report: „Im Gegensatz zur konstanten oder teildynamischen Rente bietet das dynamische Gewinnsystem den Vorteil, dass ein einmal erreichtes Rentenniveau normalerweise nicht mehr unterschritten werden kann.“ Ausfallende Anhebungen dürften die Kunden deutlich weniger ärgern, als tatsächliche Absenkungen. Die gibt es beispielsweise aufgrund der Zinsentwicklung bei konstanten Renten.

Während die dynamische Rente – die ja mit einem deutlich geringeren Betrag startet – beispielsweise bei Cosmos, Debeka oder Württembergischen stieg oder das Niveau hielt, fiel sie beim konstanten Vertrag laut Map-Report regelrecht „in den Keller.“

© Alexander Raths / fotolia.com

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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