Start-ups sammeln Rekordsumme ein

740px 535px

Noch nie haben Investoren so viel Geld in deutsche Start-ups gesteckt wie im ersten Halbjahr 2019. Mit gut 2,8 Milliarden Euro übertraf das Finanzierungsvolumen den bisherigen Rekordwert vom ersten Halbjahr 2017 um 223 Millionen Euro. Das ermittelte das Beratungshaus Ernst & Young (EY) in seinem aktuellen "Start-up-Barometer", das Unternehmen analysiert, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt. 

Das meiste Geld wurde in der ersten Jahreshälfte in die Bereiche Fintech/Insurtech (704 Millionen Euro) sowie Mobility (659 Millionen Euro) investiert. Zum Vergleich, im Vorjahreszeitraum lagen die Investitionen in beide Bereiche bei 396 Millionen Euro beziehungsweise 130 Millionen Euro. Der Spitzenreiter des Vorjahres, der Bereich e-commerce, verzeichnete einen starken Rückgang von über einer Milliarde auf 208 Millionen Euro.

Das mittlere Segment schrumpft

Im ersten Halbjahr 2019 gab es deutlich mehr kleine und sehr große Start-up-Finanzierungen. Die Zahl der kleinen Deals bis fünf Millionen Euro stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel von 197 auf 264. Die sehr großen Deals mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro wuchsen von drei auf sieben, was eine Steigerung von 133 Prozent bedeutet. Die Anzahl der mittelgroßen Finanzierungen sank von 79 auf 61 Abschlüsse.

Die Risikokapitalinvestitionen im Bereich Fintech betrugen im ersten Halbjahr 2019 über alle Segmente hinweg 689 Millionen Euro. Davon verzeichnete Banking die größten Zuflüsse an Kapital. 267 Millionen Euro kamen hier in fünf Finanzierungsrunden zusammen. Fast das gesamte Finanzierungsvolumen nämlich 266 Millionen Euro fiel auf einen einzigen Deal von N26. Im Segment Insurance vereinigten zwei Deals von Friday und Wefox 225 Millionen Euro auf sich. Das Segment Saving sammelte 102 Millionen Euro in drei Finanzierungsrunden ein. 

Fintech-Hauptstadt Berlin 

Die anderen Segmente im Bereich Fintech: Crowdfunding 43 Millionen Euro, Trading 34 Millionen Euro, Payments acht Millionen Euro, Lending sieben Millionen Euro, Blockchain zwei Millionen Euro, Savings eine Million Euro.

Berlin ist das Zentrum der Fintechs beziehungsweise Insurtechs. Die jungen Technologieunternehmen sammelten in der Metropole das meiste Geld ein: im ersten Halbjahr 2019 in 14 Finanzierungsrunden 631 Millionen Euro. Hamburg landete mit 48 Millionen Euro (sechs Finanzierungsrunden) abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

Mehr zu Start-ups

Alle Branche News