Trotz höherem Risiko vernachlässigen Frauen die eigene Vorsorge

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Bei der Pflege tragen meistens Frauen die Hauptlast, geht es allerdings um die eigene Vorsorge, dann denken sie viel zu selten an sich. Dabei ist ihr Risiko, im Alter finanzielle Probleme zu bekommen, weitaus höher als bei Männern.

65 Prozent – so hoch war 2013 der Anteil der weiblichen Pflegebedürftigen in Deutschland nach Aussage des statistischen Bundesamtes. „Die höhere Lebenserwartung und Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie müssen bei der finanziellen Vorsorge von Frauen berücksichtigt werden. Denn diese Kriterien erhöhen die Gefahr in Altersarmut abzurutschen im Vergleich zu Männern “, sagt Margit Winkler, Expertin vom Institut Generationen-Beratung IGB. Sie liefert Tipps, die Frauen bei der optimalen Altersvorsorge unterstützen sollen.

  • Berücksichtigen Sie eine doppelte Haushaltsführung: Falls der Mann im Pflegeheim untergebracht ist und die Frau zuhause bleibt, muss sie sowohl die Immobilie bzw. Wohnung halten, als auch den Lebensunterhalt bestreiten können. Jede vierte Frau in einer Paargemeinschaft lebt jedoch überwiegend von den Einkünften der Angehörigen. Eine doppelte Haushaltsführung soll unbedingt bei der Vorsorge berücksichtigt werden, ansonsten wird die Frau zum Sozialfall.
  • Kalkulieren Sie die Kürzung der Witwenrente ein:
    Wer mehr als rund 750 € eigenes Einkommen hat, dem wird die Hinterbliebenenversorgung gekürzt oder ganz gestrichen Das führt zu einer höheren Lücke im Falle der Pflegebedürftigkeit.
  • Beachten Sie die Einkommensunterschiede der Ehepartner: Fällt die Witwenrente wegen der Einkommenskürzung weg, kann Rentensplitting eine sinnvolle Lösung sein für die Erhöhung der Frauenrente. Dabei gibt der Partner mit den höheren Rentenansprüchen einen Teil seiner Ansprüche an den Partner ab.
  • Beantragen Sie Grundsicherung: Doppelt so viele Frauen wie Männer brauchen Grundsicherung, um über die Runden zu kommen – häufig auch im Pflegefall des Partners. Diese Möglichkeit sollten Sie auch bei Bedarf in Anspruch nehmen.
  • Kontrollieren Sie den Rentenverlauf frühzeitig: Frauen haben aufgrund ihrer Erwerbsbiographie häufiger wechselnde Arbeitgeber. Nur wer immer wieder den Rentenverlauf der gesetzlichen Rentenversicherung kontrolliert, kann handeln. Passiert diese Vorsichtsmaßnahme jedoch erst bei Renteneintritt, ist das wegen einer Dokumentation häufig zu spät.
  • Nehmen Sie finanzielle Regelungen selbst in die Hand:
    Auch für Frauen in Hausfrauenehen oder bei Teilzeitjobs sollten die finanzielles Vorkehrungen für Alter und Pflege partnerschaftlich geregelt sein. Auf Grund ihrer höheren Lebenserwartung ist das für Frauen besonders wichtig. Denn Frauen sind von materiellen Entbehrungen stärker betroffen als Männer.
  • Treffen Sie als Single besondere Vorsorge: Es gab noch niemals so viele Singles wie in der heutigen Zeit. Alleinstehende Frauen hatten es schon immer besonders schwer. Wenn der Lebensunterhalt nicht mehr bestritten werden kann, bleibt nur der Staat als Stütze. Allerdings gehören Extras für eine angenehmere Lebensgestaltung nicht dazu. Damit auf diesen Luxus im Alter nicht verzichtet werden muss, ist die finanzielle Altersvorsorge besonders wichtig.
  • Behalten Sie die Übersicht:
    Fertigen Sie in regelmäßigen Abständen Übersichten zu Vermögen, Renten und Risiko- bzw. Sachversicherungen an. So behalten Sie den Überblick zu den Ersparnissen und bekommen gleichzeitig Sicherheit. Außerdem kann auf diese Weise der ein oder andere Euro gespart werden.
Textquelle: Institut Generationen-Beratung IGB /Margot Winker; Bildquelle: Cumulus


Autor(en): versicherungsmagazin.de

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