Versicherer ignorieren Social Media

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Im März 2015 nutzten sechs von zehn Bundesbürgern ab 14 Jahren ein Smartphone, das sind 44 Millionen Menschen, so eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Trotz der weiten Verbreitung der Geräte macht es jedes zweite deutsche Versicherungsunternehmen potenziellen Kunden schwer, Informationen am Mobiltelefon abzurufen. Insgesamt sind aber die Online-Aktivitäten der Assekuranz intensiver geworden, wie eine aktuelle Studie belegt.

Beim Gewinnen neuer Kunden im Internet besteht bei den meisten untersuchten Versicherern viel ungenutztes Potenzial, wie die Studie des Beratungsunternehmens Absolit feststellte. Es stehen zwar alle Unternehmen mit ihren Eigennamen ganz oben in den Suchmaschinen, bei generischen Begriffen wie "Hausratversicherung" oder "Kfz-Versicherung" sieht das allerdings anders aus. "Gerade diese Begriffe bringen jedoch neue Kunden, da Interessenten bei der Suche auf das Unternehmen stoßen, ohne explizit den Unternehmensnamen eingegeben zu haben", betont Studienautor Torsten Schwarz. Hier gelinge es nur wenigen, auf den ersten Plätzen der Suchergebnisse zu erscheinen.

Webseiten nicht an Smartphones angepasst
48 Prozent der untersuchten Unternehmen haben weder eine mobile noch eine responsive Website. Die Schrift ist auf dem Smartphone so klein, dass man nichts lesen kann oder ständig vergrößern muss. 26 Millionen Deutsche nutzen Facebook und kontaktieren auch Unternehmen. Trotzdem fehlt bei 35 Prozent der untersuchten Versicherern noch immer der Anschluss an das soziale Netzwerk.

Der Mehrzahl der Untersuchten ist es gelungen, ihre Onlineaktivität im Vergleich zu 2014 zu steigern. Am meisten hat sich die Provinzial Nord verbessert. Das Unternehmen war 2014 noch auf Platz 33 und konnte sich in diesem Jahr auf Platz 24 vorarbeiten. Auch Cosmos Direkt, Signal Iduna und Ergo Direkt konnten sich verbessern.

Heruntergebrochen auf die Zahl der Besucher sind DA Direkt, BGV und Arag die großen Gewinner. Sie konnten ihre Besucherzahlen um über 100 Prozent steigern. Aber auch Allianz, Cosmos Direkt, Basler, Huk-Coburg und Provinzial Nord haben über fünfzig Prozent mehr Besucher als im Vorjahr.

Fehlen interessante Inhalte?
Noch immer spielen Backlinks eine Rolle bei der Bewertung durch Suchmaschinen. Mehr als ein Drittel der untersuchten Unternehmen konnte die Zahl der Rückverweise auf ihre Website nicht erhöhen. Viele Backlinks gingen im Laufe des Jahres verloren. Das kann eventuell an fehlenden interessanten Inhalten liegen, auf die es sich lohnt zu verlinken.

Für die Berechnung der Onlinepräsenz analysierte Absolit 24 Kriterien wie Besucher der Website, Reputation und Anzahl der Seiten einer Website. Die Anzahl der Suchworte, mit denen ein Anbieter in den Top-Positionen von Suchmaschinen erscheint, wurde ebenso erfasst wie die Anzahl verlinkender Domains. Für die Ermittlung der Aktivität im Social Web wurden Facebook, Twitter und Google+ untersucht. Wie viele Fans und Follower hat ein Unternehmen, wie aktiv sind diese und wie oft wird die Marke erwähnt? Aus allen Messwerten wurde für die drei Bereiche Web, Suchmaschinen und Social Web jeweils ein Index ermittelt. Aus der Summe der Indizes wurde das Ranking errechnet.

Die Versicherer wurden analysiert
Analysiert wurden die 40 online-aktivsten deutschen Versicherer: Aachen Münchener, Allianz, Alte Leipziger, Arag, Asstel, Axa, Barmenia, Basler, BGV, Continentale, Cosmos Direkt, DA Direkt, Debeka, DEVK, Ergo, Ergo Direkt, Generali, Gothaer, Hannoversche, Hanse-Merkur, HDI, Huk24, Huk-Coburg, LVM, Münchener Verein, Nürnberger, Provinzial Nord, Provinzial Rheinland, R+V, Signal Iduna, Stuttgarter, SV Sparkassenversicherung, VGH, VHV, VKB, Westfälische Provinzial, WGV, Württembergische, WWK, Zurich

Ergebnisse der Studie gibt es unter

Quelle: Absolit Consulting

Bildquelle: © Moggara12/ Fotolia.com

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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