Versicherer treten bei Neuentwicklung auf die Kostenbremse

Die deutschen Versicherer sind mit ihren Budgets für die Entwicklung neuer Produkte und Services unzufrieden. So klagt der Großteil der Versicherungsmanager (46 Prozent) über fehlende Mittel für die Umsetzung neuer Markttrends. Investitionen in Neuheiten wie beispielsweise verhaltensabhängige Tarife oder zusätzliche Assistance-Leistungen in der Unfallversicherung stehen damit vorerst auf dem Abstellgleis.

Die Versicherungsunternehmen wollen Kosten sparen und stellen daher langfristig angelegte Ausgaben zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Trendbarometer Versicherungen" des Consulting-Unternehmens in Zusammenarbeit mit dem (IMWF).

Über die Ziele notwendiger Investitionen herrscht in der Versicherungsbranche jedoch Einigkeit. Der größte Nutzwert wird beispielsweise in einem integrierten Schaden- und Unfallmanagement gesehen. So erwarten 68 Prozent der befragten Versicherungsmanager von einer schlanken und effizienten Schadenregulierung messbare Vorteile für ihr eigenes Unternehmen. Ebenfalls weit oben auf der Agenda der Versicherungswirtschaft steht eine verbesserte technische Ausstattung des Außendienstes (65 Prozent) sowie die Ausweitung des eigenen Produktportfolios (64 Prozent).

Doch die Assekuranz bremst derzeit ihre Ausgaben. Allen voran die Lebensversicherungen. Hier bleibt die Budgetzufriedenheit der befragten Fach- und Führungskräfte deutlich hinter den anderen Sparten zurück - teilweise sogar um bis zu zehn Prozentpunkte. Diese Zurückhaltung könnte sich nach Ansicht von PPI zum Bumerang entwickeln. Denn die Lebensversicherer sind derzeit im Boomsegment der privaten Altersvorsorge mit einer Vertrauenskrise konfrontiert. Kursverluste an den Aktienmärkten haben zahlreiche Verbraucher entmutigt, für das Alter vorzusorgen. Durch Investitionen in neue Vertriebsansätze sowie in renditestarke und vor allem sichere Produkte könnten die Lebensversicherer Boden gut machen.

Und auch in den anderen Versicherungszweigen sind derzeit Investitionen in neue Produkte und Services wichtiger denn je. So ist zum Beispiel der Preiskampf bei den Kompositversicherern nahezu ausgereizt. Punkten können vielmehr die Anbieter, die sich durch zusätzliche Dienstleistungen vom Wettbewerb abheben. Gleiches Bild bei den Krankenversicherern: Durch die Einführung des Gesundheitsfonds nimmt die Bedeutung von Serviceangeboten und ergänzenden Zusatzpolicen zu.

Hintergrund
Die Studie "Trendbarometer Versicherungen" stellt die Ergebnisse einer Online-Marktforschung dar, die im Auftrag von PPI in Kooperation mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) durchgeführt wurde. Im Zeitraum vom 14. bis zum 21. November 2008 wurden 210 Fach- und Führungskräfte aus der Versicherungswirtschaft befragt.

Autor(en): Versicherungsmagazin

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