Versicherung: Für Autofahrer und Hausbesitzer deutlich teurer

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Die Schadenversicherer haben 2013 wegen Überschwemmung, Hagel und Sturm 1,4 Milliarden Euro Minus gemacht. Insgesamt mussten die deutschen Versicherer allein für Unwetterschäden sieben Milliarden Euro leisten. Die Gesamtaufwendungen stiegen auf 49,4 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 11,6 Prozent. In der Wohngebäudeversicherung stiegen die Leistungen sogar um 45 Prozent an. In der Teilkaskoversicherung um fast 34 Prozent. Daher reichten die Einnahmen weder in Kfz-, noch in der Wohngebäudeversicherung aus, um die Schäden zu bezahlen.

Ganz dramatisch ist die Unterdeckung mit 32 Prozent beim Immobilienschutz. "Diese Branche ist verlustreich. Da ist auch mit Kapitalerträgen kein Staat mehr zu machen", sagte Norbert Rollinger vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anlässlich der Vorstellung des Branchenergebnis 2013.

Scharfer Wettbewerb in betroffenen Sparten
Zudem leidet die Assekuranz extrem unter der Niedrigzinsphase und erwirtschaftet deutlich geringere Überschüsse als in der Vergangenheit. Vor allem Hausbesitzer müssen daher mit weiteren, erheblichen Beitragsanhebungen rechnen. Im vergangen Jahr stiegen die Einnahmen der Versicherer bereits um sieben Prozent. Der Löwenanteil entfiel dabei auf Beitragssteigerungen. In der Autoversicherung liegen die Schäden und Kosten um vier Prozent über den Beitragseinnahmen.

In den beiden hart durch Unwetter betroffenen Sparten gibt es aber weiterhin scharfen Wettbewerb zwischen den Anbietern. "Wir machen uns für ein bundesweites Naturgefahrenportal stark", sagte Alexander Erdland, Präsident des GDV. Die Menschen müssten mehr über die Unwettergefahren aufgeklärt werden. Der GDV möchte die Quote der Immobilienbesitzer mit zusätzlichem Elementarschadenschutz erhöhen. Sie liegt derzeit erst bei rund einem Drittel. Erdland: "Es könnten mehr Menschen von der Leistungsfähigkeit der Versicherer profitieren."

Öffentliche sagen Ja zum Vertriebskodex
Die öffentlichen Versicherer wollen sich laut GDV ab April 2014 dem GDV-Vertriebskodex unterwerfen. Damit wären rund 90 Prozent des Marktes dem Kodex beigetreten. Die ersten öffentlichen Testate - künftig wird die Einhaltung des Kodex von Wirtschaftsprüfern kontrolliert - erwartet der GDV im Frühjahr 2015. Der Kodex sein zum "Motor der Veränderung" geworden heißt es beim GDV.

Für die rund 4.000 Hebammen, die aktiv in der Geburtshilfe tätig sind, und mittlerweile die Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherung nicht mehr bezahlen können, soll es eine politische Lösung geben. "Entweder müssen die Hebammen, die eine risikoträchtige Tätigkeit haben, besser honoriert werden oder der Regress der Sozialversicherer bei Geburtsfehlern muss abgeschafft werden", forderte GDV-Sachchef Rollinger. Die Prämien für die Hebammenhaftpflichtversicherung hätten sich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht und würden künftig pro Jahr rund 5.000 Euro betragen.

PKV: Krankenzusatzversicherungen boomen weiter
In der Privaten Krankenversicherung ist der Boom bei Krankenzusatzversicherungen ungebrochen. Ihr Anteil stieg um zwei Prozent auf 23,5 Millionen Verträge. Demgegenüber musste die Sparte bei ihrer wichtigsten Klientel, den Vollversicherten ein Minus von 0,7 Prozent hinnehmen. Derzeit sind noch 8,89 Millionen Kunden Privatpatienten. "Durch die Bundestagswahl und die Gefahr einer Bürgerversicherung waren im vergangenen Jahr viele Kunden verunsichert", sagte Uwe Laue, Vorstand des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen. Für 2014 rechnet Laue aber wieder mit einer positiven Entwicklung der Versichertenzahlen.

Bildquelle: © Robert Kneschke / fotolia.com

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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