"Versicherungskäse des Jahres": Generalabrechnung mit Fondspolicen

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„Von Fondspolicen halten wir grundsätzlich nichts“, sagte Edda Castelló vom Bund der Versicherten (BdV) anlässlich des Anti-Preises „Versicherungskäse des Jahres“. „Ich habe noch nie verstanden, warum man sich nicht direkt einen Fonds kauft“, so die ehemalige Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Hamburg, die heute dem Aufsichtsrat des BdV vorsteht.

Der BdV würde für die Vorsorge Exchange Trades Funds (ETF) empfehlen, die bestimmte Börsenindexe abbilden und kostengünstig seien. Dem gegenüber sei die „Relax-Rente“ der Axa ein undurchsichtiges Produkt, dass von BdV mit dem Anti-Preis „Versicherungskäse des Jahres“ bewertet wurde. Die private Rentenversicherung mit garantierter Leistung zum Rentenbeginn wird von der Axa als ein neues Produkt zur klassischen Lebensversicherung angeboten. Es ist nach Aussagen der Axa mit keinem anderen Produkt auf dem Markt vergleichbar.

Selbst Fachjury des BdV hat Produkt nicht verstanden
Die Verbraucherschützer kritisierten jetzt vor allem hohe Kosten, die nur schwer zusammenrechenbar seien und die Überschussmechanik, bei der die Kunden keine tatsächliche Anteile an Indexfonds erhielten, sondern nur an Optionen beteiligt würden. „Da ist mir fast schon eine normale Fondspolice lieber, bei dem der Kunde real an einem Index beteiligt wird und das Ersparte in einem Sondervermögen liegt. Selbst die Fachleute der Preisjury des BdV wären aus dem Produkt nicht schlau geworden. „Daher geben wir den Rat: Kaufen sie nur, was sie verstehen“, sagte Edda Castelló.

Beim Axa-Produkt sei vollkommen unklar, welche Optionen von welcher Bank gekauft würden. In der Vergangenheit hatte auch das Analysehaus Franke & Bornberg aus Hannover sich kritisch zur Axa-Relax-Rente geäußert. So sei die Bruttobeitragsgarantie, nicht in den Versicherungsbedingungen geregelt, und Vermittler müssten daher den Antrag aufbewahren. Bei einer Performance von vier Prozent sei das Produkt zudem klassischen Axa-Tarifen noch nicht überlegen.

Unterschied zwischen Netto und Bruttopreis sehr hoch
Kritisch äußerte sich der BdV auch zu einer Berufsunfähigkeits-Versicherung des Lebensversicherers Mylife das im Internet unter Mehrversicherung.de verkauft wird. Das Produkt sei entgegen der Versprechung nicht innovativ. Das gelte auch für den Wechsel zwischen Staffel und Festpreis. Zudem sei der Unterscheid zwischen Netto und Bruttopreis sehr hoch. Mit einem Musterkunden, der nur bis zum 60. Lebensjahr versichert sei, würden günstige Prämien suggeriert. Das Produkt sei aber nicht günstig, wie ein Vergleich ergeben hätte.

Bildquelle: © panthermedia

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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