Walter Riester verteidigt seine namensgleiche Rente

740px 535px
Die Kritik insbesondere von Verbraucherschützern könne er nicht nachvollziehen, zeigte sich Bundesminister a. D. Walter Riester (Bild) am 14. Oktober in Ulm beim 9. Tag der Versicherungswirtschaft selbstbewusst und verteidigte die Riester-Rente gegen ihre Kritiker.

Der Bundesminister im Ruhestand machte klar, dass es nur der derzeit guten ökonomischen Situation in Deutschland zu verdanken ist, dass die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung durch die demografische Entwicklung noch nicht zutage treten. Die Rentenbezugsdauer habe sich mit 19 Jahren in den letzten 30 Jahren nahezu verdoppelt. Schon heute müsse der Bundeshaushalt über 80 Milliarden Euro in die Rentenkasse zuschießen. Wenn man sich Länder mit einer hohen Staatsverschuldung wie Griechenland oder Portugal anschaue, dann würde klar, warum diese bei den Rentenbeziehern gekürzt hätten. Ein sicheres System sei das Umlageverfahren daher nicht.

Richtige Anreize gesetzt

Drei Ziele habe er seinerzeit mit der "Riester-Rente" verfolgt. Das erste war größtmögliche Sicherheit, dass den Riester-Rentnern also ihre eingezahlten Beiträge und die staatliche Förderung sicher sei. Zweites Ziel war das Setzen eines hohen Sparanreizes durch die Förderung der langfristige Versorgung. Denn im Gegensatz zur Einsicht in die Notwendigkeit einer Krankenversicherung sei die Neigung in der Bevölkerung, für das Alter vorzusorgen, sehr gering ausgeprägt. Drittes Ziel war die Sparmöglichkeit auch bei kleinstem Einkommen. Da in Deutschland nur jeder zweite Bürger überhaupt Steuern zahle, führten Steueranreize alleine ins Leere.

Keine zu hohen Kosten
Riester belegte die Vorteile dieser Rente durch Beispiele, die verdeutlichten, dass gerade Niedrigverdiener mit der staatlichen Förderung sinnvoll Altersvorsorge betreiben können. Der Bundesminister a. D. wehrte sich gegen den Vorwurf überhöhter Kosten bei der Riester-Rente. Über die Laufzeit von 30 Jahren komme es bei Versicherungslösungen zu einem Kostenanteil von etwa einem Prozent. Die gesetzliche Rentenversicherung habe Kosten von 1,5 Prozent.

Nicht nachvollziehbar
Die Argumentation mancher Verbraucherschützer, dass der Abschluss einer Riester-Rente später bei der Grundsicherung angerechnet werde, halte er für nicht nachvollziehbar. Hieße das, dass alle Geringverdiener nie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung annehmen sollten, weil sie sonst weniger Anspruch auf Sozialhilfe hätten?

Riester lobte dagegen die Vermittler: Sie hätten eine wichtige gesellschaftliche Funktion zu erfüllen: 16 Millionen Menschen hätten eine Riester-Rente, das sei sehr ein großer Erfolg.

Bildquelle: © Bernhard Rudolf

Autor(en): Bernhard Rudolf

Mehr zu Verbraucherschutz

Alle Branche News