(Wenig) Bewegung bei den Kfz-Regionalklassen und -Typklassen

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Nach der aktuellen Regionalstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung nur wenige Veränderungen. Für fast 74 Prozent der Autofahrer bleibt alles beim Alten, jeweils rund 13 Prozent der Fahrzeuge werden herauf- oder heruntergestuft.

Auch in den Kaskoversicherungen bleiben für knapp 75 Prozent der Fahrzeuge die bisherigen Regionalklassen erhalten; rund 13 Prozent der Autofahrer profitieren von niedrigeren Einstufungen, für etwa zwölf Prozent ergeben sich höhere Regionalklassen. Niedrige Einstufungen für Kasko-Versicherungen gelten insbesondere in zahlreichen niedersächsischen Zulassungsbezirken. Zum Teil deutlich hochgestuft wurden hingegen die Zulassungsbezirke im Regierungsbezirk Tübingen. Grund dafür ist die Vielzahl von Sturm- und Hagelereignissen im vergangenen Jahr, die in dieser Region zu Schäden an Kraftfahrzeugen führten.



Regionalklassen 2015: Vergleich der Kfz-Haftpflichtversicherung in den 16 Landeshauptstädten

Rang Rang Vorjahr StadtIndex
Veränderung
zum Vorjahr
Regionalklasse
Veränderung
zum Vorjahr
1 1 Schwerin
80,54 -0,86 1 0
2 3 Erfurt
92,81 0,27 3 0
3 2 Kiel 93,70 1,60 4 1
4 4 Bremen 94,70 2,04 4 1
5 6 Hannover 99,63 0,65 6 0
6 7
Potsdam
99,84-0,29
6
0
7 5 Magdeburg 100,30 2,30 6 1
8 9 Mainz 105,05 -1,22 8 0
9 8 Stuttgart 105,63 1,27 8 0
10 10 Dresden 109,26 1,62 9 0
11 11 Düsseldorf 111,81 0,75 10 1
12 12 Saarbrücken 112,76 0,76 10 0
13 13 München 123,89 1,24 12 0
14 14 Hamburg 124,49 1,27 12 0
15 15 Berlin 125,72 1,56 12 0
16 16 Wiesbaden 125,81 0,04 12 0





Anhaltspunkt für die GDV-Statistik: Wohnort des Fahrzeughalters
Die Regionalstatistik wird einmal im Jahr vom GDV herausgegeben. Diese sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen aus der polizeilichen Unfallstatistik. Die Polizei erfasse die Unfälle am Unfallort im jeweiligen Jahr. Die Regionalstatistik des GDV richte sich dagegen nach dem Wohnort des Fahrzeughalters und fasse die Schadenbilanz einer Region in einem Fünf-Jahreszeitraum zusammen. Die Regionalstatistik sei für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und könne ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel sei dies der 1. Januar 2015.

Nur marginale Veränderungen auch bei der neuen Typklassenstatistik
Auch für das kommende Jahr ändert sich in der Kfz-Haftpflichtversicherung für die überwiegende Mehrheit der Autofahrer (74 Prozent) in der Typklasse nichts. Das geht jedenfalls aus der neuen Typklassenstatistik hervor, die auch der GDV kürzlich in Berlin vorgestellt hat. Nur 26 Prozent der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge würden in der Kfz-Haftpflichtversicherung in eine neue Typklasse umgestuft.
Für knapp 14 Prozent verschlechtere und für rund 12 Prozent verbessere sich die Klasse. Um immerhin drei Klassen niedriger werde in der Haftpflichtversicherung eine Diesel-Variante des Golf VII eingestuft.
Gleich vier Klassen nach oben gehe es hingegen für den Toyota GT 86 und den Renault Captur mit 66-kw-Benzinmotor. Die meisten Fahrzeuge mit neuer Typklasse würden um höchstens eine Klasse umgestuft.



Die Statistiken des GDV hat das Vergleichportal Check24.de als Grundlage genommen, um eigene Analysen zu erstellen. Hier ein Auszug:
Im schlechtesten Fall zahlen Verbraucher bis zu 240 Euro pro Jahr mehr für ihre Kfz-Versicherung (plus 58 Prozent), wenn ihr Fahrzeug von der aktuellen Umstufung bei den Regional- und Typklassen betroffen ist. Im besten Fall wird der Beitrag sogar bis zu 268 Euro günstiger (minus 45 Prozent).

Das ergaben jedenfalls Beispielrechnungen von Check24.de. Dafür habe das Vergleichsportal exemplarisch mögliche Preisänderungen für zwei Kfz-Modelle durch Umstufungen in die neuen Typklassen und maximale Änderungen der Regionalklassen analysiert.
Die Berechnungen basierten auf den aktuellen Angaben GDV zu geplanten Neueinstufungen für 2015.
Nach Ansicht des Online-Dienstes nimmt die Bedeutung der Regionalklassen im Gegensatz zu den Typklassen ab. Viele Versicherer würden die Postleitzahl des Fahrzeughalters als Berechnungsgrundlage verwenden,
die eine genauere Risikokalkulation ermögliche. Dadurch könne der Kfz-Beitrag innerhalb
derselben Straße um bis zu 206 Euro jährlich variieren.

Die Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung ändern sich 2015 nach Analyse des Vergleichsportals für rund 26 Prozent, in der Voll- und Teilkaskoversicherung für 25 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge. Für das Tarifmerkmal „Wohnort“ stützten sich viele Versicherer nicht nur auf die vom GDV herausgegebenen Regionalklassen, sondern berechneten den Beitrag postleitzahlgenau. Das bedeute: Wohnen zwei Kfz-Halter mit komplett identischen Merkmalen in derselben Straße, aber in unterschiedlichen PLZ-Gebieten, könne sich der Beitrag signifikant ändern – z. B. in München (Dachauer Straße ) um bis zu 206 Euro, in Berlin (Landsberger Allee) bis zu 178 Euro und in Hamburg (Elbchaussee) bis zu 165 Euro jährlich.

Typklassen: Für 47 Prozent der Fahrzeuge gibt es Veränderungen
2015 würden in der Kfz-Haftpflichtversicherung 26 Prozent aller Fahrzeuge umgestuft. Im besten Fall werde die Typklasse um drei Stufen niedriger (VW Golf VII). Mehr ändere sich in der Voll- und Teilkaskoversicherung: Für etwa 46 Prozent der Fahrzeuge verbessere oder verschlechtere sich die Typklasse in der Vollkaskoversicherung, in der Teilkaskoversicherung verändere sich die Einstufung bei rund 47 Prozent aller Fahrzeuge. Im ungünstigsten Fall werde die Typklasse um vier Stufen höher (Teilkasko, Dacia Sandero).

Textquellen: GDV; Check24.de Bildquelle: Meris Neininger

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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