Wirtschaftspolitik belastet Konjunkturperspektiven

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Die deutsche Wirtschaft ist schwungvoll ins Jahr 2014 gestartet. Die Auftragseingänge und die Produktion in der Industrie lagen im Januar und Februar dieses Jahres erheblich über dem Niveau im Vorjahr. Dies belegt eine Studie der Allianz.

Weitere Details der Studie ergeben, dass der Einzelhandel in den ersten beiden Monaten 2014 deutlich mehr umsetzte als Ende 2013, Ausfuhr und Einfuhr legten im Januar ebenfalls beträchtlich zu. Auch die Arbeitslosigkeit entwickelte sich spürbar günstiger als dies Anfang des Jahres üblich ist.

"Der Grund für den guten Jahresstart liegt darin, dass nach Export, Konsum und Bau nun auch die Investitionen der Unternehmen anziehen", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Vorerst dürften die günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen für Deutschland - günstige Finanzierungsbedingungen, Realeinkommensgewinne dank niedriger Inflationsraten, ein beträchtlicher Beschäftigungszuwachs und die konjunkturelle Besserung im Euroraum - trotz der geopolitischen Risiken erhalten bleiben. Sowohl von der Ausfuhr als auch von der Binnenkonjunktur sind über das gesamte Jahr 2014 positive Impulse zu erwarten.

Alles in allem prognostiziert die Allianz, dass die deutsche Wirtschaft im Jahresdurchschnitt und auch im Jahresverlauf 2014 um 2,0 Prozent wächst. "Die deutsche Wirtschaft dürfte damit leicht überdurchschnittlich ausgelastet ins Jahr 2015 gehen. Allerdings dürfte sich die wirtschaftliche Dynamik im Verlauf von 2015 abschwächen", so Heise.

Beschleunigung in der Einkommensentwicklung
Die Einführung des Mindestlohns, das Rentenpaket 2014, die Kosten der Energiewende, wieder etwas höhere Inflationsraten und die zu erwartende Abflachung der Exportdynamik belasten die wirtschaftlichen Perspektiven. Vor diesem Hintergrund erwartet das Versicherungsunternehmen 2015 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit, die 2014 noch spürbar sinkt, wird im Verlauf von 2015 voraussichtlich nicht weiter zurückgehen.

Bei der Konsumnachfrage ist 2014 eine weitere Kräftigung zu erwarten, da sich eine Beschleunigung in der Einkommensentwicklung abzeichnet. Für die verfügbaren Einkommen ist 2014 mit einem Zuwachs um 3,1 Prozent und 2015 sogar um 3,4 Prozent zu rechnen. Angesichts eines moderaten Preisauftriebs von voraussichtlich 1,4 Prozent in diesem Jahr und 1,8 Prozent im nächsten Jahr, sind 2014 und 2015 jeweils Realeinkommenssteigerungen von 1,5 Prozent zu erwarten.

Investitionen steigen trotz möglicher Krise
„Mit der Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise hat sich auch ein erheblicher Unsicherheitsfaktor für die wirtschaftlichen Perspektiven vermindert. Inwieweit die Russland/Ukraine-Krise neue Unsicherheiten erzeugt, die die Investitionsneigung dämpfen, ist derzeit noch schwer zu beurteilen.

Dennoch erwartet die Allianz in diesem Jahr mit 5,6 Prozent und im nächsten Jahr mit 4,6 Prozent eine deutliche Ausweitung der Investitionen in Ausrüstungsgüter. Trotzdem wird auch Ende 2015 der Anteil der Ausrüstungsinvestitionen am BIP mit 6,8 Prozent noch leicht unter dem durchschnittlichen Anteil seit dem Jahr 2000 (7,2 Prozent) liegen. „Die Investitionsschwäche ist trotz der aktuellen Aufwärtstendenz nicht überwunden“, so Heise.

Der positive Trend der letzten Jahre am deutschen Arbeitsmarkt setzte sich Anfang dieses Jahres fort. Im Januar 2014 waren saisonbereinigt erstmals mehr als 42 Millionen Menschen erwerbstätig. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird sich im Verlauf von 2014 aller Voraussicht nach fortsetzen.
Für das Jahr 2015 sehen wir keine so günstigen Perspektiven mehr am Arbeitsmarkt wie in diesem Jahr. Neben den ungünstigeren allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen dürfte auch die Einführung des Mindestlohns den Beschäftigungsanstieg spürbar dämpfen.

Textquelle: Allianz SE

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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