Zukunftswerkstatt Krankenversicherung denkt über neue Alternativen nach

Ein dynamischer Markt, zunehmender Wettbewerb sowie der demographische Wandel stellen Krankenversicherer vor große Aufgaben. Sie sehen sich gezwungen, über Geschäftsmodelle nachzudenken und interne Abläufe konsequent auf Effizienz zu trimmen. Da sind gute Ideen und Impulse gefragt. Dies will die Initiative "Zukunftswerkstatt Krankenversicherungen", ein von der Alternus Gesellschaft organisierter Veranstaltungszyklus, liefern.

So sorgen beispielsweise Zusatzbeiträge, Kostensteigerungen und Leistungskürzungen für steigenden Kommunikationsbedarf. Ein Team der Zukunftswerkstatt hat untersucht, wie Webauftritt und moderne Kommunikationsmittel (Twitter, Facebook, Blogs oder Wikis) helfen können, Service, Qualität und individuelle Angebote zu transportieren. Wichtigste Botschaft: Jeder Versicherer muss eine entsprechende Internetstrategie erarbeiten - wer das versäumt, wird über kurz oder lang erhebliche Akzeptanzprobleme bekommen.

Kundenansprache ist bei einigen Versicherern noch unzureichend
Allerdings ist die ausgefeilte Kommunikationsstrategie nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch eine Frage der Kultur im Unternehmen. Hier sehen die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt vielerorts Handlungsbedarf. „Denn wenn die Ansprache von Kunden schon nicht auf herkömmlichem Weg vernünftig gelingt", warnt KKH-Allianz-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit, "dann gelingt es digital via Internet erst recht nicht.""Das zweite Team der Zukunftswerkstatt beschäftigte sich mit einem Thema, das alle Krankenversicherer in den nächsten Jahren verstärkt belasten wird: die Versorgung chronisch Kranker. Einen möglichen Ausweg könnte da folgendes Absicherungsmodell offerieren: Es verbindet eine Art freiwillige Versicherung, mit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber anteilig Mittel für entstehende Krankheitskosten ansparen und das dann auch für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung steht. Eine zusätzliche Hochrisikoversicherung deckt außergewöhnliche Belastungen im Krankheitsfall zusätzlich ab.

Beziehung zwischen Kassen, Leistungserbringern und Patienten verbessern
Die Auswahl der richtigen Leistungserbringer ist eine Herausforderung, der alle Krankenversicherer kontinuierlich gegenüberstehen. Ärzte, Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Pflegedienste besetzen eine Schlüsselposition: Sie sorgen zum einen für die Behandlungserfolge, aber sie sind auch verantwortlich für den Löwenanteil der Kosten. Dies vor Augen hat das dritte Team der Zukunftswerkstatt untersucht, wie sich die Dreiecksbeziehung zwischen Kassen, Leistungserbringern und Patienten optimieren ließe. Hier empfiehlt das Team ein Höchstmaß an Transparenz - etwa über Bewertungsportale, auf denen der Kunde den für ihn besten Leistungserbringer ermitteln kann. Ein spezieller Mitarbeiter hilft bei diesem Prozess.

Notwendiger Trend: Transsektoral statt sektoral arbeiten
Dazu ist allerdings auch eine Umstellung der internen Abläufe notwendig: Statt sektoraler Aufstellung werden Krankenkassen künftig transsektoral arbeiten müssen. Parallel dazu wäre es möglich, das Bewertungsportal in mehreren Schritten zu einem umfangreichen Marktplatz für Gesundheitsleistungen weiterzuentwickeln, der allen Versicherten und Leistungserbringern offensteht. Ziel: Der Versicherte wird zum Kunden, der Angebote einholen, vergleichen und ordern kann.

Sämtliche Ergebnisse zu diesen Themen sind im "Branchenreport Krankenversicherungen 2011" nachzulesen, den Alternus im November veröffentlichen wird. Weitere Informationen gibt es im .

P.S.: Die "Zukunftswerkstatt Versicherungen" präsentiert ihre Ergebnisse übrigens auch im November und dann unter anderem auch auf dem -Fachtag "Vertrieb der Zukunft" in Hamburg.

Quelle: Alternus; Bild: Techniker Krankenkasse

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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