Zurich greift an

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Die Zurich Gruppe Deutschland richtet sich strategisch neu aus. Im Zuge der Veränderungen sollen Marken und Angebote von Zurich und DA Direkt ausgebaut werden. Auch der Vorstand und das Executive Committee des Versicherers verändern sich.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, haben unser Bestandsgeschäft in den letzten Jahren grundlegend profitabilisiert und in 2017 mit 366 Millionen Euro ein hervorragendes Betriebsergebnis eingefahren", erklärte Carsten Schildknecht, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland. Nun werde man in die nächste Phase starten und in zwei zentralen strategischen Stoßrichtungen im Markt angreifen, so der Zurich-Chef weiter.

Strategische Partnerschaften geplant
Der Versicherer will die Marken und Angebote von Zurich und DA Direkt klarer positionieren und in potenzialträchtige Segmente ausweiten. Das Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden sei "grundsätzlich keine Frage von Digital oder Nicht-Digital", erläuterte Schildknecht. Die Marke Zurich wird sich auf das Segment mit beratungs- und serviceorientierten Privat- und Geschäftskunden fokussieren. Dabei soll neben der schon starken Marktposition bei den Privat- und Industriekunden das Geschäft mit kleinen und mittelständischen Geschäftskunden gestärkt werden. Die Marke DA Direkt wird im Gegenzug stärker auf Kunden ausgerichtet, "die besonderen Wert darauf legen, ihre Versicherungsgeschäfte weitgehend selbst zu steuern", heißt es bei dem Versicherer.

Die zweite strategische Linie umfasst die digitale Weiterentwicklung. Mit dem Ausbau der agilen IT sowie die weitere Implementierung von künstlicher Intelligenz (KI) sollen Prozesse verschlankt werden. Der Konzern will sich zudem stärker auf wachstumsstarke Megatrends konzentrieren, beispielsweise in den Bereichen Mobilität, Smart-Home und New Life. Hier sollen, gemeinsam mit strategischen Partnern, neue Kundenbedürfnisse entdeckt und Absicherungslösungen entwickelt werden.

  1. Der neue Kurs hat auch Auswirkungen auf das Führungsteam des Versicherers
    Zum 1. November 2018 wird Dorothée Appel (50) die Zurich Gruppe Deutschland als neuer Chief Information & Digital Officer verstärken und das neu geschaffene Vorstandsressort IT & Digital verantworten. Appel studierte Informatik an der Technischen Universität Karlsruhe und erwarb einen MBA an der Wake Forest Babcock School of Management, North Carolina. Sie kommt von der ING Bank N.V., bei der sie derzeit als Chief Operating Officer (COO) IT tätig ist. Zuvor war sie bei Microsoft, Axa Assistance sowie der BMW Group tätig. Appel übernimmt die Aufgaben des derzeitigen COO Klaus Endres (42), der bei der Axa anheuert.
  2. Die kundennahen Operations-Bereiche werden mit der Schadensbearbeitung zum erweiterten Vorstandsbereich Operations & Claims zusammengefasst, der von Horst Nussbaumer (54) als Chief Operations & Claims Officer ab 1. November 2018 geleitet wird. Bis dahin wird er die Ressorts Operations und Claims in ihrer heutigen Aufstellung übergangsweise leiten.
  3. Ebenfalls neu ins Executive Committee der Zurich Gruppe Deutschland kommt Peter Stockhorst (52). Als Vorstandsvorsitzender der DA Direkt tritt er zum 1. August 2018 die Nachfolge von Norbert Wulff (60) an. Wulff steht seit 2003 an der Spitze der DA Direkt und geht in den Ruhestand. Stockhorst kommt von der Ergo Direkt, deren Vorstandsvorsitz er seit 2016 innehatte. Er war zuvor als langjähriger CEO der Cosmos Direkt Versicherungen tätig.
  4. Im Zuge der Veränderungen wird Christine Theodorovics (50), seit 2016 Vorstand Bank/Partner, den Versicherer verlassen. Bis die Nachfolge geregelt ist, wird das Vorstandsressort interimistisch von Vorstandschef Schildknecht geleitet.

"Die Zurich Gruppe Deutschland ist in einer hervorragenden Ausgangslage, um den radikalen Wandel der Versicherungsbranche zum Angriff zu nutzen und in die Offensive zu gehen", Carsten Schildknecht, Vorstandsvorsitzender Zurich Gruppe Deutschland

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Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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