Cyber-Versicherung: Abschlussbereitschaft steigt langsam

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Die Abschlussbereitschaft für Cyber-Versicherungen ist nach wie vor überschaubar. Sie steigt aber an. Das ist das Fazit von zwei aktuellen Umfragen unter Privat- und Firmenkunden durch das Marktforschungsunternehmen Yougov aus Köln.

Zwar ist das Thema Cyber-Bedrohung in der Bevölkerung präsent und relevant. Doch sehr viel möchten die meisten nicht für eine solche Versicherung zahlen. Bei den abschlussbereiten Privatkunden liegt im Schnitt die Zahlbereitschaft bei 40 Euro pro Jahr, während Firmenkunden im Schnitt rund 320 Euro für eine Cyber-Police aufwenden würden.

Firmenkunden bevorzugen Paketlösungen
Mittelständler sind empfänglicher"Bei Start-ups ist es nach der Umfrage sinnvoll die Police direkt innerhalb eines Starterpakets zu verkaufen", erläuterte Holger Geißler, Chef der Yougov-Forschung auf einer MCC-Konferenz in Bonn. Herausgefunden haben die Wissenschaftler zudem, dass "junge Unternehmen mit weiblichen Ansprechpartnern" als Zielgruppe besonders interessant sind. In einer immer noch männlich dominierten IT- und Managerwelt, dürfte solche Firmen aber wohl eher Mangelware sein.

Empfänglich für Cyber-Schutz sind zudem eher größere Mittelständler und seltener kleinere Handwerker oder Familienbetriebe. Und in der Regel haben die tendenziell abschlussbereiten Firmenkunden bereits einen Versicherungsmakler für ihren Firmenschutz angeheuert. Einzel-Bausteine kommen zudem bei Firmenkunden weniger gut an als Cyber-Paketlösungen. Positiv ist zudem, dass rund 63 Prozent der Unternehmen Verständnis und Bereitschaft signalisieren, im Rahmen des Versicherungsabschlusses die IT mit mehr Sicherheit aufzurüsten.

Content-Marketing ist Einfallstor für den Verkauf an Privatkunden
Laut dem Bundesverband der Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat sich der Cyber-Markt in der letzten Zeit sogar leicht gedreht. Immer öfter würden Unternehmen bei den Vermittlern anrufen, um sich zum Thema Cyber-Schutz beraten zu lassen. Die Beratung sei aber weiter schwierig, weil für sie nicht nur Versicherungswissen, sondern auch IT-Know-how notwendig sei. Jedes vierte Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern hält Internetrisiken für relevant oder sogar hoch relevant. Für Gewerbekunden gibt es aber deutlich relevantere Risiken. Geißler: "Der Internet-Schaden rangiert noch eher im hinteren Drittel der Risiken." Schutz möchten die Kunden aber vor allem gegen die finanziellen Schäden durch einen Cyber-Angriff.

Für Privatkunden bietet sich laut Yougov Content-Marketing "als Einfallstor" für den Verkauf von Cyber-Policen an. Über Cyber-Sicherheit informieren sich die Privatkunden überwiegend mit rund 56 Prozent auf Nachrichtenseiten im Internet. Noch spielt aber die Peer-Group eine etwas deutlichere Rolle. So fragen rund 58 Prozent der Privatnutzer Freund und Bekannte um Rat in Sachen Internetsicherheit. Festgestellt haben die Wissenschaftler zudem, dass die mobile Internetnutzung über Smartphone und Tablet, seit der letzten Umfrage im Jahre 2015 deutlich zugenommen hat. Lag das Smartphone in der alten Untersuchung noch bei einem Anteil von 65 Prozent, sind es heute schon 72 Prozent. Der Einstieg ins Netz per Tablet PC ist von 36 auf 41 Prozent ebenfalls leicht gestiegen.

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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