Netto-Fondspolicen: Nur wenige stellen sich dem Rating

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Netto-Fondspolicen hat jetzt der Map-Report auf den Prüfstand gestellt. Nur sieben Produkte konnten verglichen werden. Die beste Bewertung im Rating bekam die Condor Versicherung, die mit 75,47 Punkten ein „mmm“ für hervorragende Leistungen erzielte. Die Continentale führt das Feld der mit „mm“ für sehr gute Leistungen bewerteten Unternehmen an.

Auf den weiteren Rängen folgen Mylife, Neue Bayerische Beamten und Ergo. Die Nürnberger verfehlte die sehr gute Bewertung nur um Haaresbreite und erhielt ein „m“ für gute Leistungen. Für die wichtige Fondsbewertung hat der Map-Report auf die Expertise des Marktbeobachters Morningstar zurückgegriffen.

Zahl der wirklichen Angebote ungewiss
Insgesamt wurden 81 Lebensversicherer angeschrieben. 66 sagten ihre Teilnahme am Rating ab oder reagierten gar nicht auf die Anfrage des Map-Reports. Unklar bleibt, welche dieser Gesellschaften überhaupt eine provisionsfreie Fondspolice auf Honorarbasis anbieten. So schätzt Map-Report-Chef Reinhard Klages, dass es mittlerweile rund 24 Gesellschaften gibt, die ein solches Produkt in ihrem Portfolio haben. Versicherungsmakler, die sich am Markt auf solche Produkte spezialisiert haben, kommen auf weniger Unternehmen. So schätzt die I-Fiance GmbH, die auf der Homepage Vorsorgekampagne.de aktiv ist, die Zahl der Anbieter mit Nettopolicen auf 19 Unternehmen. Der Versicherungsmakler Matthias Kokot, der unter Etf-versicherung-24.de agiert, weist 16 Anbieter aus.

Unterm Strich haben trotzdem eine ganze Reihe von Versicherer sich einem Test ihrer Netto-Fondspolice verweigert. Das sollten Vermittler bei der Beratung berücksichtigen. Im vorhergehenden Test des Map-Reports von Brutto-Fondspolicen nahmen aber unter anderem Allianz, Cosmos, Debeka, Europa, Hansemerkur, Huk-Coburg, die Öffentliche Braunschweig und die Württembergische teil.

Rentenfaktor ist ein wichtiger Indikator
Inhaltlich unterscheidet sich der aktuelle Test vor allem in der Fonds- und Vertragsbewertung. Für beide Bereiche gibt es ein eigenständiges Bewertungsraster für Nettotarife. Insgesamt beschreibt der Test mannigfaltige Probleme bei der Interpretation von Kennzahlen. Vermittler sollten solche Schwierigkeiten deutlich machen. Das Rating-Ergebnis kann somit nicht allein als Basis einer Beratung dienen. Auf die Bewertung der Vertragsformen mit Beitragsgarantie wurde in diesem Jahr ganz verzichtet. Grund: Die Höhe der Beitragsgarantie ist nicht einheitlich und die Art der Garantiebildung ist sehr unterschiedlich, sie wird teilweise über den Deckungsstock, teilweise extern hergestellt.

Bewertung der Effektivkasten außen vor gelassen
Außerdem wurde diesmal auch auf die Bewertung der Effektivkosten verzichtet. „Denn deren Ermittlung wird in der Branche noch sehr unterschiedlich gehandhabt und ist maßgeblich durch die Wahl des Fonds beeinflusst“, begründen die Rater diesen Schritt. Daher ist vor allem über Beispielsrechnungen der Rentenfaktor eines der wesentlichen Bewertungskriterien. Analysiert wurde, wie hoch der garantierte und aktuelle Rentenfaktor ausfällt.

Als Zukunftsprognose seien diese Berechnungen zwar ohne Aussagewert. Doch sie könnten eben als Einordnungsmöglichkeit für den heutigen Stand der Gewinnbeteiligung des Unternehmens im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern genutzt werden. Bei der Fondsbewertung erfolgte die Bewertung über die Bereiche: Fonds- und Portfolioangebot, Fondsselektion und Monitoring sowie Ablaufmanagement. Insgesamt konnte ein Versicherer 100 Punkte erzielen. Das Höchstrating gab es ab 70 Punkten.

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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