19.12.2011

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Kreditversicherer: Mitarbeiterbetrug nimmt zu, Insolvenzen nicht

Schäden durch untreue Mitarbeiter sind in den vergangenen Jahren extrem angestiegen. Während 2006 der durchschnittliche Betrugsschaden, den kriminelle Mitarbeiter der eigenen Firma zufügten, noch bei rund 10.000 Euro lag, wird er für 2011 auf 27.600 Euro beziffert.

"Grund sind vor allem größere Wirtschaftsdelikte“, sagte Ralf Meurer, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei der Vorstellung der Jahreszahlen.

Mitarbeiterbetrug kann Unternehmen in Schieflage bringen
Schäden durch Diebstähle und Betrug der Mitarbeiter können über die Vertrauensschadenversicherung abgesichert werden. Schon in den ersten drei Quartalen 2011 mussten die Versicherer für untreue Arbeitnehmer rund eine Million Euro mehr zahlen als 2010. Insgesamt waren es 62 Millionen Euro. "Schäden durch Mitarbeiterbetrug können selbst gesunde Unternehmen schlagartig in eine Schieflage bringen", warnte Meurer. Nach seiner Meinung ist der Bedarf an Versicherungsschutz größer denn je.

Nur 35 Prozent haben Vertrauensschadenversicherung
Trotzdem versichern sich nur relativ wenige Unternehmen. Laut einer Studie der Universität Halle-Wittenberg haben nur rund 35 Prozent aller deutschen Firmen eine Vertrauensschadenversicherung abgeschlossen. Der Grund: Die Police ist teuer und die Versicherer prüfen intensiv, wie sicher das Unternehmen schon aufgestellt ist. Daher halten sich die Schäden der versicherten Unternehmen in Grenzen. 2011 müssen die Versicherer nur 45 Cent pro eingenommen Euro für Mitarbeiterbetrügereien ausgeben.

Forderungsausfallschutz mit Warnfrist
Gut bewährt hat sich nach Einschätzung der Kreditversicherer eine neue Warnfrist für Unternehmen, die ihr Lieferrisiko abgesichert haben. Die Forderungsausfallversicherung tritt dann ein, wenn Unternehmen aufgrund einer Insolvenz gelieferte Waren nicht mehr bezahlen können. Rund 50.000 Unternehmen in Deutschland haben ihr Zahlungsrisiko durch insolvente Kunden geschützt. Nachdem im Krisenjahr 2009 viele Kreditversicherer von heute auf morgen bei kritischen Branchen ihre Policen gekündigt haben, gilt nun schon bei rund der Hälfte aller Verträge eine 30-tägige Warnfrist.

Instrument hilft, schwierige Situationen abzufedern
"Schätzen wir die Bonität eines Warenempfängers anders ein, dann können vereinbarte Lieferungen noch in dieser Frist versichert ausgeführt werden", erläuterte Meurer. Mit diesem Instrument und einer verschärften Bonitätsprüfung sei es den Kreditversicherern gelungen, schwierige Situationen nach dem Tsunami in Japan und der politischen Krise in Nordafrika abzufedern. Vielfach würden die Kunden von sich aus nach einer Warnung des Kreditversicherers Lieferungen einstellen, weil sie immer auch eine Selbstbeteiligung zu tragen hätten.

Stabilisierung der Insolvenzen wird erwartet
Die Kreditversicherer rechnen damit, dass 2011 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 4,7 Prozent auf 30.500 zurückgeht. Für 2012 erwarten sie dass sich diese Zahl stabilisiert. Zwar rechnen die Kreditversicherer damit, dass sich 2012 europaweit das Wirtschaftswachstum deutlich abschwächt und Italien sogar in eine Rezession gleitet, derzeit gebe es in Deutschland aber nur mit der Solarindustrie lediglich eine einzige kritische Branche.

Bild: © Siegried Fries / PIXELIO
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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