24.01.2012

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Schadenmanagement: Versicherer fürchten Herstellermonopol durch E-Call

Immer energischer warnt die Assekuranz vor wettbewerbspolitischen Verwerfungen durch die Notfalleinrichtung "E-Call", die die EU-Kommission ab 2015 für jeden Neuwagen vorschreiben will. "Für dieses System sind Versicherer bisher nicht eingeplant", kritisiert das vom größten deutschen Autoversicherer, der Huk-Coburg, getragene Goslar-Institut.

Das Thema soll jetzt in großem Stil am Rande des 50. Verkehrsgerichtstags in Goslar diskutiert werden. Dabei dürfte das Ergebnis schon mehr oder weniger feststehen, denn die Huk-Coburg hat den ADAC zur Diskussion mit eingeladen. Doch der größte Automobilclub steht längst auf der Seite der Assekuranz. Gemeinsam mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) soll der Autoclub einen Beschwerdebrief an die EU-Kommission geschrieben haben. Der GDV wollte zu dem Schreiben keine Stellung nehmen.

Freie Wahl für Autofahrer gefordert
Ziel der Initiative soll es sein, den Autofahrern mit E-Call-System immer die freie Wahl zu lassen, wohin ihr automatischer Hilferuf gesendet wird. Sowohl Autohersteller, als auch Versicherer und Autoclubs verfügen über Notrufzentralen. Automobilclubs und Versicherer fürchten, dass das E-Call-Notrufsystem "ab Werk" von den Herstellern erst einmal auf die eigene Notrufzentrale programmiert wird und so die Autohersteller das lukrative Pannen- und Unfallersatzgeschäft in großem Stil an sich ziehen könnten. Besonders kritisch ist die Entwicklung für die Huk-Coburg, die sehr erfolgreich ein eigenes 1.200 Partnerwerkstätten umfassendes Netzwerk betreibt. Auch die meisten anderen Kfz-Versicherer bieten mittlerweile solche Partnerwerkstätten an. Jeder zweite Neukunde akzeptiert über verbilligte Kaskoverträge den Werkstattzwang der Assekuranz.

Die Versicherer fordern daher, dass die EU den Autofahrern die freie Wahl der Notrufzentrale einräumt. Diese könnten dann selbst bestimmen, wer sich um ihren Schaden oder ihre Panne kümmert. Vorstellbar ist dann auch, dass direkt oder zusätzlich eine Information an Verkehrsanwälte abgesandt wird. Sie betreiben im Internet das Portal www.schadenfix.de und werben dort damit, dass Verkehrsanwälte "das Beste für den Geschädigten herauszuholen."

Gegen E-Call richtet sich übrigens auch der von den öffentlichen Versicherern bereits angebotene "Copilot". Der lebensrettende automatische Notservice lässt sich in alle Fahrzeuge - auch in Gebrauchtwagen - einbauen und kostet derzeit 9,90 Euro pro Monat. "Der direkte Kontakt zu uns, ist ein Zusatzeffekt", betonte Peter Slawik, der bei den Öffentlichen für die Autoversicherung zuständig ist. Der Kunde müsse aber nicht den vom Versicherer bestellten Abschleppwagen nutzen, so Slawik. Es handele sich somit nicht um einen Werkstattzwang-Tarif "durch die Hintertür". Die öffentlichen Versicherer sind mit der Einführung des Copiloten Vorreiter in einem umkämpften Markt.
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Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek
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am 01.02.2012 17:53:49 von Herstellerfreund: Angst unbegründet!?!

Bei der ganzen Diskussion sollte nicht aus den Augen verloren werden, wofür die E-Call-Einrichtung gedacht ist...! Zum Schutz der Insassen vor schwerwiegenden Folgen durch verspätete Hilfeleistungen.
Aus meiner Sicht ist es makaber, dass die HUK hier ausschließlich ihre betriebswirtschaftlichen Interessen schützen will.
Vielleicht sollten man bei den Versicherern eher über gemeinsame Lösungsansätze nachdenken.
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