21.06.2012

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Vermittlerrichtlinie 2 für Anfang Juli angekündigt

In einer im Internet veröffentlichten Rede vom 19. Juni 2012 beim Europäischen Versicherungsvermittlerverband BIPAR kündigte der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Michel Barnier für Anfang Juli 2012 einen Entwurf der Vermittlerrichtlinie 2 (IMD2) an.

Er rechtfertigt die Aktivitäten der Europäischen Kommission mit der Finanzkrise. Der Finanzmarkt müsse wesentlich besser reguliert werden, um solche Krisen künftig zu verhindern. Er wisse wohl, dass Versicherer nicht Urheber dieser Krise waren. Aber sie seien Bestandteil des Finanzmarktes.

Eine Million Vermittler betroffen
Auch berücksichtigt er die spezielle Struktur des Vermittlungsmarktes, der von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist. Nach seinen Angaben sind EU-weit etwa eine Million Menschen in der selbstständigen Versicherungsvermittlung tätig. Deren berechtigte Interessen werde man berücksichtigen. Dazu gehörten auch faire Wettbewerbsbedingungen, die die Kommission offenbar derzeit im Wettbewerb zwischen selbstständigen Vermittlern und Direktvertrieb nicht gewährleistet sieht - zu Lasten der Vermittler. Die IMD werde künftig alle Verkäufer von Versicherungsschutz erfassen.

Lebensversicherung im Fokus
Barnier nennt als zwei von drei Schlüsselinitiativen der Kommission die PRIP-Initiative sowie die IMD2. Mit der PRIP-Initiative sollen Verbraucher besser geschützt werden, wenn sie Anlageprodukte erwerben. Insbesondere mit standardisierten Produktinformationsblättern sollen sie vor dem Kauf ungeeigneter Anlagen bewahrt werden. Dies betrifft wohl auch einige Versicherungsprodukte.Die IMD2 setzt vor allem auf eine Stärkung der Transparenz. Außerdem soll sie sich stärker an die Finanzmarktrichtlinie MiFID anlehnen. Vor allem Lebensversicherungsprodukte werden nach Ansicht der Kommission oft zu Anlagezwecken abgeschlossen, weshalb ein den Anlageprodukten gleichartiges Schutzniveau erforderlich sei. Das gelte insbesondere auch für Interessenkonflikte.

Dazu sollen Vermittler Natur und Struktur ihrer Vergütungen sowie ihre Beziehungen zu Versicherungsunternehmen offen legen, die die Objektivität ihrer Beratung beeinflussen können. Das sei insbesondere auch von Verbraucherseite in der Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der Richtlinie gefordert worden.

Offenlegung ja - aber wie und wann?
Barnier legt sich in der Rede noch nicht fest, ob es eine ungefragte Offenlegung oder eine Offenlegung der Vergütungen nur auf Nachfrage geben werde. Weiter äußert er Verständnis für die Position, dass die Vermittler Zeit zur Einführung benötigten.Auch deutet er an, dass es noch Diskussionsbedarf gebe, ob diese Transparenzpflicht alle Versicherungssparten gleichermaßen betreffen soll:"Ich bin mir der praktischen Auswirkungen dieses Problems bewusst und wir untersuchen derzeit die verschiedenen Vorschläge, um angemessene und ausgewogene Vorschriften zu gewährleisten." Klar sei zudem, dass in diesem Bereich "faire Spielregeln" im Wettbewerb von Vermittlern und Direktvertrieb benötigt würden.

Bildquelle: © Viktor Mildenberger/Pixelio.de
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Autor(en): Professor Dr. Matthias Beenken
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 21.06.2012 23:21:47 von Gino A,: Das ist mal wieder Typisch

Ich bin seit Jahren als Versicherungsmakler tätig und kann die ewigen Neuerungen nicht mehr nachvollziehen, ein Widerspruch in sich, wenn er behauptet, er wisse wohl dass die Versicherungen nicht der Ursprung sind der Finanzkrise.
Glaubt denn allen ernstes jemand, dass sich dadurch was ändern wird, dass weniger Geld verzockt wird? Das passiert in aller Regel auf einer anderen Ebene als mti der LV eines Kunden, Klärungsbedarf gibt es meiner Ansicht nach in der Tat bei der Kostenfrage einiger Produkte.
Aber ich gebe zu Bedenken, geben andere Dienstleister wie Handyverkäufer, Autoverkäufer, Apotheker, usw. die uns allen auch täglich Dinge verkaufen, offen dar was sie verdienen, wenn Sie uns ein bestimmtes Produkt anbieten? Das sollte man im Sinne der Gleichberechtigung auch mal angehen.....
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am 22.06.2012 09:58:30 von Hartmut Kegel: Offenlegung der Kourtage bei LV-Verkauf

Man sollte fast meinen, dass hier nicht der Schutz des Kunden im Vorder-grund steht, sondern dass Neid eine Rolle spielt. Der Verkauf einer LV benötigt langwierige und intensive Kundenbetreuung und lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren. Auch ist eine hohe fachliche Qualifikation von Nöten. Warum soll der Vermittler für diese/n Fähigkeit und Arbeits-aufwand nicht eine gute Entlohnung erhalten ohne bei seinem Kunden Missgunst hevorzurefen?? Es sollte vielmehr darauf Wert gelegt werden, dass Verkäufer von LV`s und sonstigen Kapitalanlagen eine besondere Qualifikation nachweisen müssen ! Auch dürften solche Produkte nicht von Nebenberufsvertretern verkauft werden !
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am 22.06.2012 10:32:00 von H.Pirchmoser: Marktverträngung!

Die ganzen Vorschriften zielen alle nur darauf ab uns Freie Makler und
Finanzdienstleister von der Banken und Versicherungslobby aus dem
Markt zu drängen! Der Kunde, und wir Vermittler gehört vor den Gesellschaften geschützt ! Wir vermitteln nur die Produkte die uns die
Gesellschaften mit grossen Versprechungen für den Kunden an die Hand
geben. Es bestätigt sich immer wieder,daß der Fisch oben am Kopf also
Gesellschaften und Produkte zu stinken beginnt. Nicht wir Vermittler
zocken ab sondern die Produktgesellschaften! Die Provision für uns ist
meist nur noch Schmerzensgeld! Vorallem mit einer Stornohaftung von
5Jahren! Also ist die verdiente Provision nur ein Darlehen im Voraus, da oft
Verträge aus wirtschaftlichen Gründen,und nicht wegen schlechter Beratung von uns Vermittlern gekündigt werden. Vor allem wenn die Wirtschaftskrise den Leuten das Ansparpotential nimmt,daß Sie dringend für die Altersvorsorge benötigen würden. Also regulieren Sie mal oben bei
den Produkterstellen,die zocken unsere Kunden ab. Vor allem die Kapitallebensversicherer, Banken, und Stille- Fondsbeteiligungen.
Da muß man ansetzen mit der Regulierung u. Haftung für den Kunden.
Wenn es so weitergeht mit der Regulierung,werden die Leute in Zukunft nicht mehr unabhängig beraten und wir steueren auf eine massive Altersarmut zu! So lange die Lobbyisten regieren wird sich nichts ändern!
O Herr vergib Ihnen den Sie wissen nicht welches Unheil Sie anrichten!!
mehr ...
am 10.07.2012 11:00:49 von Markus Böttcher: Denn sie wissen nicht.....

Meine Meinung dazu ist, das die in Brüssel nichts sinnvolles zu tun haben und deswegen über Sachen reden, von denen sie offensichtlich überhaupt keine Ahnung haben. Wie denn auch, wenn sie noch nie in der Versicherungsbranche gearbeitet haben? Wir haben ja auch überhaupt keine Probleme hier auf unserer Welt, die es zu lösen gilt.
Was soll der kleine Vermittler und Makler denn noch alles machen? Wenn der Kunde bei uns 5 bis 7 Verträge abschließt, was bei mir der Durchschnitt ist, und ich muss ihm alle Unterlagen voher übergeben, bekommt er von mir ein 500 Seiten starkes Paket. Was hat das mit Tranzparenz und Aufklärung zu tun? Das ist Volksverdummung!

Warum soll er wissen, was ich an einem Vertrag verdiene? Das hat höchstens zur Folge, das der Kunde gar nichts mehr abschließt und der Makler, wie seine 1 Millionen Kollegen, keinen Umsatz mehr machen und das Volk keine Altersvorsorge mehr hat. Mann Leute! Schaltet mal das Hirn an, falls es noch da ist.

Laßt die freien Makler ihren Job machen! Wir haften doch schon mit unserem Vermögen. Dann sollen die aus der Ausschließlichkeit man erstmal anfangen, den Kunden fair und objektiv zu beraten. Das können die nämlich gar nicht, weil DIE keine Tranzparenz bieten können. DAS kann nur ein Makler! Und der soll für seine Arbeit gefälligst so entlohnt werden, das sich sein Aufwand lohnt. Ich will doch auch nicht wissen, was die Deppen aus Brüssel bekommen für das, was sie da (nicht) verzapfen. Die sollen sich um Europa kümmern und uns unsere (gute) Arbeit machen lassen!
mehr ...
am 27.05.2015 16:41:26 von Loth: 100 prozentig richtig

Kommentar zu: Das ist mal wieder Typisch

Ich bin seit Jahren als Versicherungsmakler tätig und kann die ewigen Neuerungen nicht mehr nachvollziehen, ein Widerspruch in sich, wenn er behauptet, er wisse wohl dass die Versicherungen nicht der Ursprung sind der Finanzkrise.
Glaubt denn allen ernstes jemand, dass sich dadurch was ändern...
ich gebe Gino A. komplett recht
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