30.07.2015

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Versicherer: Wie es mit den Eigenmitteln steht

"Solvabilität im Vergleich 2005 bis 2014" – so lautet der Titel des gerade erschienen Map-Reports 876. Dabei wird bei Lebensversicherern, private Krankenversicherern und erstmals auch Versicherungskonzernen die Entwicklung der Eigenmittelquoten über die vergangenen zehn Jahre veranschaulicht.

Warum das Thema Solvabilität in diesen Niedrigzinszeiten so wichtig ist, ergibt sich daraus, dass Versicherungsunternehmen nach gesetzlichen Vorgaben über hinreichende Eigenmittel verfügen müssen, um unabhängig von der Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen voraussichtlich die Kundenansprüche erfüllen zu können. Dabei ist von Bedeutung, in welchem Umfang ein Versicherer über eine höhere Solvabilität verfügt (Solvabilitäts-Ist) als mindestens nach den jeweiligen Bestimmungen erforderlich ist (Solvabilitäts-Soll). Denn die Versicherer müssen auch im Krisenfall allen Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden nachkommen können.

Trend uneinheitlich
In der Lebensversicherung haben 19 von 53 Unternehmen die Eigenmittel zum Teil deutlich gestärkt. An der Spitze liegt hier die Debeka mit einem Zuwachs von 19,7 Prozent vor der Hansemerkur, die mit 14,9 Prozent ebenfalls im zweistelligen Bereich aufstockte. In der Lebensversicherung setzte sich jedoch der Abwärtstrend der letzten Jahre fort. Die Solvabilitätsquote reduzierte sich hier 2014 im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um Minus 0,2 Prozent auf 164,5 Prozent. Bei den Krankenversichern erhöhten 22 von 31 Teilnehmern die Solvabilitätsquote in Vergleich zum Vorjahr mitunter deutlich. Spitzenreiter Inter legte um 36,2 Prozent zu, und auch die DEVK (18,3 Prozent), Hallesche (17,9 Prozent), Central (15,9 Prozent) und Mannheimer (11,0 Prozent) liegen deutlich über dem Durchschnitt von 4,4 Prozent.

Lebensversicherer: Platz eins für Mecklenburgische

Die mit Abstand höchste Kennzahl der Lebensversicherer zeigt die Mecklenburgische, nach Größe gerade einmal Nummer 64 unter den deutschen Lebensversicherern. Mit einer Solvabilitätsquote von 283,0 Prozent hat sie knapp die dreifache Eigenmittelausstattung im Verhältnis zu den Anforderungen der Aufsicht. Hohe Solvabilitätsquoten unter den Lebensversicherern weisen auch Direkte Leben (272,4 Prozent), Mylife (258,9 Prozent), Bayerische Beamten (239,6 Prozent) und VHV (236,9 Prozent) aus. Danach folgen die Stuttgarter (221,2) und die DEVK Eisenbahn (214,7). Die niedrigsten Werte sind bei den zum Generali Konzern gehörenden Gesellschaften Aachen-Münchener (123,6 Prozent), Dialog (129,4 Prozent), Generali (130,1 Prozent) und Cosmos (133,6 Prozent) festzustellen. Der Durchschnitt liegt bei 164,5 Prozent Solvabilitätsquote.

Krankenversicherer: Provinzial ganz oben
Unter den Teilnehmern der privaten Krankenversicherer führt die Provinzial das Feld mit einer Quote von 547,8 Prozent an, gefolgt vom Deutschen Ring mit 500,9 Prozent. Erheblich höher als gefordert ist die Eigenmittelquote auch bei Universa (486,8 Prozent), Continentale (466,8 Prozent), Hallesche (435,1 Prozent), Alte Oldenburger (422,6 Prozent) und Signal (420,2 Prozent). Auf den unteren Rängen befinden sich Hansemerkur Speziale (114,7 Prozent), Axa (133,2 Prozent) und Ergo Direkt (135,4 Prozent). Die Werte der Hansemerkur Speziale und Ergo Direkt sind mit denen der anderen Gesellschaften allerdings nicht vergleichbar, da beide Gesellschaften auf Zusatzversicherungen spezialisiert sind, die großteils nach Art der Schadenversicherung kalkuliert sind. Der Durchschnitt in der Krankenversicherung liegt bei 251,3 Prozent Solvabilitätsquote.

Konzerne: WGV vor Continentale
Bei den Versicherungs-Konzernen rangiert die WGV mit 675,5 Prozent auf Platz eins vor Continentale (die Continentale Krankenversicherung ist auch Obergesellschaft des Konzerns) mit 466,8 Prozent, Huk-Coburg (402,2 Prozent), DEVK (340,5 Prozent) und LVM (306,6 Prozent).

Bildquelle: © photosg/fotolia
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
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