20.11.2015

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PKV: Immer mehr Versicherte mit Zahlungsschwierigkeiten

Die privaten Krankenversicherer (PKV) haben ihre Geschäftszahlen für 2014 vorgestellt. Die Branche verzeichnete einen Zuwachs bei Zusatzversicherungen sowie einen leichten Rückgang bei den Vollversicherungen. Stark gestiegen ist die Zahl der Versicherten im Notlagentarif.

Die Gesamtzahl an Versicherungen in der PKV stieg 2014 auf insgesamt 33,18 Millionen Voll- und Zusatzversicherungen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 1,9 Prozent auf 24,34 Millionen. Besonders stark ist erneut der Zuwachs in der Pflegezusatzversicherung: Die Zahl der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen stieg 2014 um 55,3 Prozent auf 558.600 Verträge. Die Zahl der ungeförderten Pflegezusatzpolicen nahm um 4,6 Prozent auf 2,48 Millionen zu, sodass es nun insgesamt über drei Millionen Versicherungen gibt.

Alterungsrückstellungen erstmals über 200 Millionen Euro
Die Alterungsrückstellungen stiegen 2014 um 6,3 Prozent (plus 12,2 Milliarden Euro) auf 206,2 Milliarden Euro und damit erstmals über die Marke von 200 Milliarden Euro. Sie betrugen 177,7 Milliarden Euro in der Krankenversicherung sowie 28,5 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. "In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Alterungsrückstellungen der Versicherten mehr als verdoppelt", erklärte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, bei der Vorstellung der Branchenzahlen in Berlin. Dabei habe die Branche eine Nettoverzinsung von insgesamt 3,91 Prozent realisieren können.

Der Bestand in der Krankenvollversicherung ist 2014 leicht gesunken auf 8,83 Millionen Personen. Das sind 0,6 Prozent oder 55.700 weniger Versicherte als Ende 2013, womit der Rückgang sich gegenüber dem Vorjahr abschwächte (2013: minus 0,7 Prozent). Ende 2014 hatten 10,88 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine private Vollversicherung.

Bestand der Zusatzversicherungen gestiegen
Auch in der Pflegeversicherung kam es zu einem leichten Rückgang im Bestand von 9,54 Millionen Personen auf 9,47 Millionen Versicherte (minus: 0,68 Prozent). Bei den Zusatzversicherungen stieg der Bestand um 447.900 oder 1,87 Prozent auf 24,34 Millionen Versicherungen.

Dass die Zusatzversicherungen in den vergangenen Jahren einen Bestandszuwachs erfahren haben, erklärt der Verband mit zwei Faktoren: Durch die Einschnitte in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hätten immer mehr Menschen eine zusätzliche Absicherung für notwendig gehalten. Zudem seien seit dem GKV-Modernisierungsgesetz 2003 Kooperationen zwischen GKV und PKV möglich geworden. Dadurch sei der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung einfacher geworden.

Gute Lage am Arbeitsmarkt ist schlecht für das PKV-Neugeschäft
Ein Sondereffekt spielt nach Ansicht des Verbandes eine Rolle, dass das Neugeschäft 2014 erneut leicht rückläufig war: So sei der Wechsel von Versicherten in die gesetzliche Krankenversicherung in diesem Jahr besonders hoch ausgefallen, weil die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt im Vergleich zu 2013 einen Rekordstand erreicht hätte. Zu ihnen zählten auch viele ehemals Selbstständige, die eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze angenommen hätten und sich deshalb zwangsläufig gesetzlich hätten versichern müssen.

Die Beitragseinnahmen in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung nahmen 2014 um 0,8 Prozent auf insgesamt 36,3 Milliarden Euro zu. Ursache für dieses vergleichsweise geringe Wachstum sei auch die moderate Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen gewesen. Die Versicherungsleistungen in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung stiegen weniger stark als im Vorjahr um 1,8 Prozent auf insgesamt 24,8 Milliarden Euro.

Starke Zunahme im Notlagentarif

Die Zahl der Menschen, die 2014 im Basistarif versichert waren stieg um 7,49 Prozent auf insgesamt 28.700 Personen. Im so genannten Notlagentarif für Mitglieder mit Zahlungsschwierigkeiten, den der Gesetzgeber im August 2013 einführte, waren 114.400 Personen versichert. Dies ist einer Steigerung gegenüber 2013 um 22,35 Pozent. Hier umfassen die Leistungen (ausgenommen Kinder und Jugendliche) nur Behandlungskosten bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen, bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Nachdem die Schulden beglichen sind, können die Versicherten in ihren alten Tarif zurückkehren.

Quelle: PKV-Verband

Bildquelle: © Cumulus
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Autor(en): versicherungsmagazin.de
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