04.01.2016

    « | »
NACHRICHT
VERSENDEN
DRUCKEN
   NEWSLETTER

Das ändert sich im neuen Jahr

Das ändert sich ab 1. Januar 2016 in den Bereichen Altersvorsorge, Kranken- und Sachversicherungen.







Für die Altersvorsorge gelten ab 1. Januar 2016 folgende Neuregelungen:

Beitragsbemessungsgrenze steigt: höherer Förderbetrag in der bAV
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist der maximale Bruttolohnbetrag, der bei der Erhebung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt wird. Der darüber hinausgehende Teil des Bruttogehalts ist beitragsfrei. Der Gesetzgeber legt die BBG jedes Jahr neu fest - für 2016 steigt sie auf 74.400/64.800 Euro (West/Ost).

Unmittelbare Auswirkungen hat die Anhebung der BBG auch auf die betriebliche Altersversorgung (bAV). Dadurch erhöht sich der geförderte Höchstbetrag, also der Gehaltsbestandteil, der ohne Abzug von Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investiert werden kann, auf 248 Euro monatlich (2.976 Euro pro Jahr). Das entspricht vier Prozent der BBG der gesetzlichen Rentenversicherung West. Steuerfrei sind sogar unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche 1.800 Euro jährlich möglich. Durch die Vereinbarung einer sogenannten BBG-Dynamik erfolgt die Anpassung zum Beispiel eines Direktversicherungsbeitrags automatisch und im richtigen Maßstab. Sofern der Arbeitgeber die Durchführungswege Unterstützungskasse oder Direktzusage anbietet, lässt sich der steuer- und sozialabgabenfreie Förderbetrag noch weiter ausbauen - steuerfrei sogar unbegrenzt.

Basis-Rente:Sonderausgabenabzug steigt um zwei Prozentpunkte
Aufwendungen zu einer Basis-Rente können zusammen mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung als Sonderausgaben vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Mittlerweile wird der maximale Förderrahmen der Basis-Rente jährlich erhöht. Ab Januar 2016 steigt dieser auf 22.766 Euro für Singles und auf 45.532 Euro (Beträge nach aktuell gültiger Gesetzeslage). Allerdings gelten diese Maximalbeträge erst ab 2025 vollständig. Bis dahin gibt es eine Übergangsregelung, wonach der Sonderausgabenabzug jährlich um zwei Prozentpunkte steigt. 2016 können aber schon 82 Prozent der Altersvorsorgebeiträge zur Basis-Rente und zur gesetzlichen Rentenversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Das sind – bei einem tatsächlichen Beitragsaufwand in Höhe des maximalen Förderbeitrags von 22.766 Euro - maximal 18.668 Euro (37.336 Euro für Verheiratete bei Beiträgen in Höhe von 45.532 Euro).






Für die Krankenversicherung gelten ab 1. Januar 2016 folgende Neuregelungen:

Beitragsbemessungsgrenze und PKV-Versicherungspflichtgrenze steigen
Der maximale Bruttolohnbeitrag, der bei der Erhebung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt wird, steigt durch die jährliche Anpassung von 49.500 Euro auf 50.850 Euro. Bei einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) gilt für Angestellte eine Versicherungspflichtgrenze von 56.250 Euro Jahreseinkommen ab 2016. Erst nach Überschreiten dieser Grenze besteht Wahlfreiheit zwischen beiden Systemen.

Tarifwechsel für privat Krankenversicherte soll einfacher werden
Zum 1. Januar 2016 gilt der von fast allen Anbietern verabschiedete „"KV-Tarifwechselleitfaden". Darin verpflichten die Versicherer sich unter anderem, Wechsel-Anfragen von Kunden innerhalb einer festgelegten Frist zu beantworten und ihnen möglichst viele Tarifmöglichkeiten zur Auswahl zu stellen. Hintergrund ist eine steigende Nachfrage von privat Versicherten, die ihren Krankenversicherungsschutz optimieren wollen. Gründe dafür können eine veränderte Lebenssituation, die Beitragsentwicklung des bisherigen Tarifs oder neue Tarifoptionen der Versicherer sein.

Beitragssatz GKV
Wie der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes mitteilte, wird der durchschnittliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung voraussichtlich um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent steigen. Erst zu Beginn des Jahres wurde der Beitragssatz auf 14,6 Prozent gesenkt und ein variabler Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent festgelegt. Dieser kann nun je nach Kasse auf 1,1 Prozent steigen. Der Beitrag kann von jeder Kasse individuell erhoben werden, sofern es deren Finanzlage erfordert. Mit der Einführung des Zusatzbeitrages sollte der Wettbewerb unter den einzelnen Kassen gefördert werden. Steigende Gesundheitskosten wie Ausgaben für Arzneien, Ärzte und Kliniken belasten die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen.

Im Vermögensmanagement wird ab 1. Januar 2016 folgende Regelung wichtig:

Änderungen beim Freistellungsauftrag
Durch Änderungen des § 45d EStG verlieren Freistellungsaufträge ohne gültige Steuer-Identifikationsnummer (IdNr.) ab 1. Januar 2016 ihre Gültigkeit. Deshalb sollten Kunden prüfen, ob sie für früher erteilte Freistellungsaufträge bereits ihre Steuer-Identifikationsnummer an die konto- oder depotführende Bank weitergereicht haben. Liegt dem zuständigen Institut diese Nummer nicht bis zum Stichtag vor, darf es den eingerichteten Freistellungsauftrag nicht mehr berücksichtigen und muss bei Kapitalerträgen die Kapitalertragsteuer sowie Solidaritätszuschlag einbehalten. Zuviel gezahlte Steuern könnten dann erst über die Lohnsteuererklärung zurückgefordert werden. In der Regel steht die Steuer-Identifikationsnummer im Einkommensteuerbescheid, auf der Lohnsteuerbescheinigung oder im Informationsschreiben des Finanzamtes.

Diese Änderung in der Sachversicherung gilt ab 2016:

Nachrüstpflicht für Rauchmelder
Ende des Jahres läuft die Nachrüstfrist für Rauchmelder in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ab. Anfang 2016 müssen somit nun auch in allen bestehenden Gebäuden Rauchwarner installiert werden. Für Neubauten gilt in fast allen Bundesländern bereits seit einigen Jahren eine Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern. Zur Installation der Rauchmelder sind in der Regel die Eigentümer von Häusern oder Wohnungen verpflichtet bzw. die Vermieter. Wer der Nachrüstpflicht dauerhaft nicht nachkommt, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern verletzt unter Umständen die sogenannte Obliegenheitspflicht seiner Hausrat- oder Gebäudeversicherung. Die vertraglichen Obliegenheiten beschreiben Pflichten des Versicherten - dazu gehört auch die Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften, also auch die Rauchwarnmelderpflicht. Wird eine vertragliche Obliegenheit verletzt, kann der Versicherer im Schadenfall die Entschädigung kürzen.

Quelle: MLP Finanzdienstleistungen AG
Bildquelle: © Fotogestöber/Fotolia
Metadaten anzeigen: Autor verbergen | Schlagworte
Autor(en): versicherungsmagazin.de
Diskutieren Sie über diesen Artikel:

am 04.01.2016 14:51:51 von Toralf Richter: Kleiner Hinweis

Die Abschaffung des Garantiezinses ist vom Tisch.

http://www.verivox.de/nachrichten/lebensversicherung-abschied-vom-garantiezins-vertagt-108173.aspx
mehr ...
FIRMEN RECHERCHIEREN


BranchenIndex - B2B-Firmensuche für Industrie und WirtschaftDie B2B-FIRMENSUCHE für Industrie und Wirtschaft
In Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH

Kostenfrei in über 300.000 Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren:


 » Zur Business-to-Business-Firmensuche
MEHR ZUM THEMA
Der Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb - kurz IDD - hat in der Branche unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Wir liefern einen kurzen Einblick in das...  » mehr
23.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Lars Hendrik Wiegels (54) ist zum neuen Leiter der Haftpflichtsparte (Casualty) für Deutschland und Österreich von Chubb ernannt worden. Die Ernennung ist Teil des laufenden Integrationsprozesses als Folge der Übernahme der Chubb durch ACE.  » mehr
18.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie das Bundesministerium für Finanzen (BMF) erarbeitete Referentenentwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz ist nun öffentlich zugänglich.  » mehr
07.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Die Unternehmensberatung Willis Towers Watson hat ihren Vertriebswege-Survey 2015 für die Lebensversicherung und die private Krankenversicherung (PKV) vorgelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass die traditionellen Vertriebswege weiterhin dominieren. Doch dies wird nicht so bleiben.  » mehr
04.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Zum Ende des Jahres ist es immer ratsam, sich eingehender mit den Finanzen zu beschäftigen, um keine Termine zu versäumen und keine finanziellen Vorteile zu verschenken. Worauf Verbraucher bis zum Jahresende achten sollten, hat der Finanzdienstleister Plansecur aus Kassel...  » mehr
03.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
Bis zum 23. Februar 2018 muss die Versicherungsvertriebs-Richtlinie IDD umgesetzt werden. Wie tiefgreifend die Änderungen für die Versicherer sind, zeigen die vorbereitenden Leitlinien zur Produktentwicklung, die die Eiopa veröffentlicht hat.

 » mehr
01.11.2016
   WebTV   Bildergalerie  
 
 LOGIN
Benutzername
Passwort
 
Makler-Champions 2017
Versicherer und Pools auf dem Prüfstand! Versicherer und Pools auf dem Prüfstand!

Versicherungsgesellschaften versprechen seit Jahren, ihre Maklerorientierung zu verbessern. Doch was hat sich bislang konkret getan? Zum siebten Mal hat Versicherungsmagazin gemeinsam mit Servicevalue eine unabhängige Maklerbefragung gestartet, um die Gesellschaften zu finden, die "Makler-Champions" sind.
VM digital
Versicherungsmagazin als E-Magazin Versicherungsmagazin als E-Magazin

Digital, interaktiv, mobil: Ab sofort erhalten alle Abonnenten das neue E-Magazin kostenlos zusätzlich zu jeder gedruckten Ausgabe.
NEWSLETTER
Newsletter Der Versicherungsmagazin Newsletter informiert Sie regelmäßig über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Versicherungsszene. Natürlich kostenlos!

  
LEXIKON
GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON ONLINE

Gabler Wirtschaftslexikon Online: Lexikon und Definition für Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und SteuernDas Wissen der Experten:
- Qualitätsgeprüft.
- 25.000 Stichwörter.
- Kostenlos online.

» Definition kostenlos im Lexikon suchen