Die gute alte Zeit oder doch nicht? - Als Online- und Offline-Kunden noch Fremdwörter waren

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Mein Name ist Jörg Riediger und ich bin seit nunmehr 23 Jahren inklusive meiner Lehrzeit bei dem gleichen Versicherungsunternehmen tätig. Ich schreibe in regelmäßigen Abständen eine Internetkolumne für Versicherungsmagazin. Mein Motto: Aus dem Vertrieb - für den Vertrieb.

Als erstes Thema habe ich die "Digitalisierung" in den Versicherungsagenturen gewählt. Ich will einen Bogen spannen vom "Damals" zum "Heute". Und ja, ich glaube kein anderes Thema spaltet momentan die Agenturinhaber mehr, als dieses.

Hurra, ein Fax kommt!
Selbst ich spreche im Rückblick oft von den guten alten Zeiten. Natürlich war es ruhiger: keine E-Mails, kein Handy, kein Whatsapp und Facebook. Ich kann mich auch noch gut erinnern, was für eine Freude es war, als das Fax endlich läutete und ein Thermofax aus dem Gerät kam. Eine noch größere Freude war es, eines an einen Kunden senden zu können. Auch die Formularflut hielt sich in Grenzen, da es fast unerschwinglich war einen vernünftigen Laserdrucker zu kaufen.

Man überlegte sich dreimal ob und man etwas raus sendete und ob man es wirklich drucken musste. Telefongespräche kosteten auch noch Geld und die Einheit war nicht billig, vor allem bei Ferngesprächen. Unnötig lange Gespräche wurden deshalb tunlichst vermieden. Ach, war das nicht schön oder doch nicht?

Der Vermittler als Postbote
Hand aufs Herz - vieles war damals auch sehr umständlich und mit viel Arbeitsaufwand verbunden. Denken Sie nur zum Beispiel an die gute alte Doppelkarte in der Kfz-Versicherung. Wir mußten diese als Service zum Kunden persönlich fahren. Es war unheimlich nervig - stimmts? Kaum war man wieder im Büro zurück vom "Postboten-Dienst", rief unter Umständen der nächste Kunde an und benötigte wieder eine. Wieder rein ins Auto und los ging es. Ganz zu schweigen von den Kunden die an die Doppelkarte gar nicht dachten und dann auf der Zulassungsstelle standen und händeringend eine benötigten. Was für ein Arbeitsaufwand und welche Kosten dahinter standen.

Heute dagegen klickt man ein paar Zeilen im PC an und im gleichen Moment klingelt das Handy unseres Kunden und er hat den Code überall auf der Welt als SMS. Eine immense Zeitersparnis für uns alle. Und so gibt es mannigfaltige Geschäftsvorfälle die heute in Sekunden erledigt werden.

Über alle Kanäle kommunizieren
Außerdem hat die Digitalisierung auch uns als Versicherungsvermittler flexibler in unserer Unternehmensführung gemacht. Wie ich das meine? Nun, unsere Kunden sind doch anspruchsvoller geworden. Heute trennt sich eben die Spreu vom Weizen guter Agenturen in der Erreichbarkeit über die verschiedensten Kanäle der Kommunikation.

Es wird von uns erwartet unser Unternehmen so auszurichten, dass wir jede Zielgruppe bedienen können und das fast rund um die Uhr. Dazu gehören an erster Stelle die sozialen Medien oder die Video-Beratung über Skype. Noch hat das Internet uns Vermittler nicht verdrängt. Wir dürfen aber auch nicht so tun, als ob wir die Zeit aufhalten könnten.

Die Herausforderung mit Optimismus annehmen
Sie haben natürlich Recht, dass jeder seine Agentur so führt, wie er es für richtig hält. Aber die Generation "Smartphone" bringt halt keine Unterlagen mehr ins Büro. Sie fotografiert sie lieber ab und sendet sie per Whatsapp. Wer sich dem verschließt, der verliert den Zugang zu dieser Kundengruppe völlig und gibt Marktanteile an die Mitbewerber ab, die die Bedürfnisse dieser Menschen bedienen können.

Stellen wir uns den Herausforderungen der Zeit doch mit Optimismus und bringen wir unsere Agenturen und Büros auf die Zukunftsspur. Sie werden sehen Ihr Image wird sich verbessern und der Verwaltungsaufwand im Alltag wird sich auch dank der Digitalisierung drastisch vermindern.

Bleiben Sie gesund und gute Geschäfte!

Jörg Riediger, Versicherungskaufmann
Zurich Bezirksdirektion Meitingen
joerg.riediger@zuerich.de


Autor(en): Jörg Riediger

 

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