Krankenzusatzversicherte setzen stark auf andere Absicherungen

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Krankenzusatzversicherte besitzen deutlich mehr Versicherungen als die Gesamtbevölkerung. Laut der „Studie Versicherungs-Zielgruppe Krankenzusatzversicherte 2014“ werden so die Produkte private Pflege, private Rente, Gebäude, Berufsunfähigkeit und Rechtsschutz von dieser Zielgruppe etwa zwei- bis dreimal so häufig abgeschlossen.

Rund elf Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung haben eine Krankenzusatzversicherung für bessere Unterbringung, Privatbehandlung im Krankenhaus und für ambulante privatärztliche Behandlung. Das entspricht rund 7,6 Millionen Menschen. 52 Prozent der Zielgruppe sind männlich und die Altersklassen ab 40 Jahre sind im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung etwas stärker vertreten. Mehr als ein Viertel der Zielgruppe sind Akademiker. In Süddeutschland sind die Anteile privat Krankenversicherter am höchsten, so jedenfalls einige der Studienergebnisse.

Starkes Bedürfnis nach Risikoabsicherung
Privat Krankenversicherte erweisen sich als überaus spar- und versicherungsaffin, so die Initiatoren der Studie. Bei Geldanlageinteresse und Sparneigung lägen die Anteile der Zielgruppe deutlich über denen der Gesamtbevölkerung. Überdies habe die Zielgruppe ein vergleichsweise starkes Bedürfnis nach Risikoabsicherung durch Versicherungen. Annähernd zwei Drittel der Zielgruppe fühlten sich bereits für das Alter ausreichend abgesichert. Ein Drittel zeige noch starken Bedarf nach Produktinformationen über Altersvorsorgeprodukte.

Bei den Zusatzversicherungen sei neben der stationären und der ambulanten Zusatzversicherung vor allem das Produkt Krankentagegeld von großer Bedeutung. Die private Pflegeversicherung habe den höchsten Frauenanteil in der Zielgruppe und der Kfz-Schutzbrief und die Gebäudeversicherung den höchsten männlichen Anteil. Weitere Abschlüsse seien vor allem für die private Pflege und die Berufsunfähigkeit geplant.

Wer den höchsten Anteil bei den Frauen, wer bei den Männern hat
Die Zielgruppe besitze vermehrt Policen von größeren Versicherern. Zehn Versicherungen deckten hier drei Viertel des Marktes ab. Hingegen läge der Vergleichswert der Gesamtbevölkerung bei 58 Prozent. DKV und HUK-Coburg ergriffen ihre Chancen in der Zielgruppe überproportional gut. Ergo Direkt und Huk-Coburg hätten den höchsten Anteil an Männern und Signal Iduna den höchsten weiblichen Anteil in der Zielgruppe.

Hintergrundinformationen zu der Studie:
Die „Studie Versicherungs-Zielgruppe Krankenzusatzversicherte 2014“ von research tools gibt auf 80 Seiten Einblick in das Versicherungsverhalten der Zielgruppe. Basis sind rund 3.300 Interviews mit bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Personen, die eine Krankenzusatzversicherung für bessere Unterbringung, Privatbehandlung im Krankenhaus und für ambulante privatärztliche Behandlung abgeschlossen haben.

Textquelle: research tools; Bildquelle: Birgit Cordt

Unser Lesetipp für Sie:
In der Oktober-Ausgabe von wird auch die Situation der Krankenversicherung beleuchtet, genauer gesagt, die Situation der privaten Krankenversicherer, ihrer GKV-Kooperationspartner und der sich daraus ergebenden Zusatzgeschäfte. Hier ein Blick in den Beitrag:

"Die privaten Krankenversicherer sehen die Kassen spätestens 2015 unter Druck, wenn sie Zusatzbeiträge nehmen müssen. Sinkt dann noch der Staatszuschuss des Finanzministers, müssten die Kassen auf Sicht Leistungen kürzen. Die Privaten hoffen, dass das Zusatzgeschäft dann kräftig anzieht und auch höherwertiger Schutz nachgefragt wird. Deshalb sind sie froh, Kooperationen in der Schublade zu haben, auch wenn das darüber vermittelte Geschäft derzeit nicht überall floriert. ..."

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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