Telematik-Tarife: Gutes Angebot oder Rundumüberwachung?

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Die ersten in Feldversuchen getesteten Telematik-Tarife zeigen, wohin die Reise geht, wenn vielen Kunden das permanente Messen ihres Verhaltens gefällt. Noch stoßen solche Policen in Deutschland weitgehend auf Skepsis.

Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband, warnt vor einer „Rundumüberwachung“. Und: Solche Angebote könnten „vermeintlich attraktiv wie ein Wurm an der Angel daherkommen, wenn ich jung, gesund, fit bin“. Aber man wisse aus anderen Tarifen, dass dies selten bis zum Ende des Lebens so sei. „Insofern können wir nur davor warnen“, sagt Müller.

Wo bleibt das Kollektiv?
Die neuartigen Modelle, die bei gesundem Lebenswandel geringere Beiträge in Aussicht stellen, seien außerdem eine Abkehr von der solidarischen Versicherung. Tatsächlich ist die Frage berechtigt: Wenn jeder nach seinem persönlichen Risiko bewertet wird, wo bleibt da das Kollektiv? Insofern muss die Assekuranz aufpassen, ihre gesellschaftlich akzeptierte und wichtige Grundlage nicht zu zerstören, sollte sie es mit den „Pay-as-you-live-Tarifen“ zu weit treiben – dann müsste wohl der Gesetzgeber korrigierend eingreifen.
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Folge: Stetige Neukalkulation
Welchen Einfluss Big-Data-Produkte auf das Tarifgefüge eines Kollektivs haben könnten, erklärt auch Patrick Bühler von Synpulse Management Consulting: Führt das Datensammeln zum Beispiel durch Wearables zu neuen Risikomerkmalen, die einen „Pay-as-you-live-Tarif“ risikogerechter gestalten, „so findet ein Risikotransfer der guten Risiken in das neue Tarifgefäß statt. Die Folge ist eine stetige Neukalkulation des Teilportfolios ohne Wearables“.

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Textquelle: Versicherungmagazin (Stefan Terliesner); Bildquelle: ©Benjamin Nolte/ fotolia

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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