Wieder deutlich weniger gebundene Vertreter

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Die aktuellen Zahlen des Versicherungsvermittlerregisters bestätigen den Trend, der sich seit längerer Zeit abzeichnet. Zum 1. Juli 2015 ist die Zahl der Versicherungsvermittler erneut um 2.336 Eingetragene im Vergleich zum ersten Quartal gesunken. Seit Anfang des Jahres hat sich die Zahl damit sogar um 4.820 Eingetragene auf jetzt noch 235.477 Vertreter, Makler und Berater reduziert.

Seit 2011 jeder Siebte ausgeschieden
Wie schon seit mehreren Jahren erkennbar, geht der Rückgang vor allem auf das Konto der erlaubnisfreien gebundenen Vertreter nach § 34d Absatz 4 Gewerbeordnung (GewO), die vom Versicherer eingetragen werden. Deren Anzahl hat sich sogar etwas stärker um 2.368 Personen und Firmen reduziert. Nur noch unter 155.000 sind ohne IHK-Erlaubnis eingetragen. Der Anteil an allen Eingetragenen ist auf 65,7 Prozent zurückgegangen.

Seit Anfang 2011, nachdem alle Übergangsfristen abgelaufen und die Vermittler eingetragen worden waren, ist die Zahl der Erlaubnisfreien um 15 Prozent geschrumpft. Ursachen darin werden einerseits in einem Aussortieren unproduktiver Nebenberufsvertreter, aber auch in einem bei den meisten größeren Versicherern zu beobachtenden Rückgang der hauptberuflichen Agenturen gesehen.



Bremsspuren in der Entwicklung der Makler
Die Zahl der Vertreter mit Gewerbeerlaubnis nach § 34d Absatz 1 GewO ist in diesem Quartal leicht um zwölf Personen oder Firmen gesunken, seit Jahresbeginn um 225. Der langjährige Trend ist auch hier negativ. Seit Anfang 2011 ist die Anzahl um acht Prozent gefallen.
Die Versicherungsmakler sind zwar im langfristigen Vergleich Gewinner der Entwicklung und haben um sechs Prozent seit Anfang 2011 zugenommen. Gleichwohl ist die Entwicklung in diesem Jahr nicht mehr positiv, die Zahl der Erlaubnisträger hat um 19 im zweiten Quartal und um 95 seit Jahresbeginn auf 46.674 abgenommen.
Leicht zugenommen haben jeweils die Zahlen der produktakzessorischen, auf Antrag von der Erlaubnis nach § 34d Absatz 3 GewO befreiten Versicherungsvertreter (3.261) und Makler (130).

Versicherungsberater verharren in der Nische
Eine Zunahme auf niedriger Basis gab es bei den Versicherungsberatern nach § 34e GewO. Aktuell haben 301 Personen oder Firmen diese Erlaubnis, 13 mehr zum Vorquartal oder neun mehr seit Jahresbeginn. Weiterhin bleibt der Versicherungsberater aber im Vergleich zu den Versicherungsvermittlern eine Nischenerscheinung.
Da es mittlerweile ein deutlich gewachsenes Angebot an Nettotarifen gibt, erscheint das Argument, Versicherungsberater könnten keine Nettotarife gegen ein vom Kunden zu zahlendes Erfolgshonorar analog der Courtage vermitteln und seien deshalb an ihrer Ausbreitung gehindert, nicht stichhaltig.

Bildquelle: © gena96 / fotolia

Autor(en): Matthias Beenken

 

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