Zinsen im Keller: Versicherungskunden sind verunsichert

740px 535px
Mehr Geld zurücklegen, um im Alter ein ausreichendes Einkommen zu haben? Oder lieber doch in Aktien investieren, um später nicht jeden Cent umdrehen zu müssen? Viele Kunden machen sich Sorgen um Ihre Zukunft und verändern ihr Anlageverhalten. Das spüren auch die Versicherer.

Für Dr. Immo Dehnert von der Wüstenrot & Württembergische haben die anhaltenden Niedrigstzinsen mittlerweile Auswirkungen auf die Bereitschaft der Bevölkerung, private Altersvorsorge zu betreiben. Umfragen würden große Verunsicherung und zunehmende Zweifel am etablierten Vorsorgegedanken bestätigen.
Das mache sich im Vertrieb von Lebensversicherungen bemerkbar. Hier sei eine ausführliche und seriöse Beratung wichtiger denn je.

„Die Euro-Krise hat die Finanzwelt weltweit beeinflusst“, beklagt Karin Benning von der HUK-Coburg. Sie habe einen Vertrauensverlust der Anleger in Banken und Versicherungsunternehmen gebracht. Letztlich habe das auch zu einem veränderten Anlageverhalten geführt.

Eine langfristige Garantie
Gleichzeitig seien die Menschen, gerade in unsicheren Zeiten, auf der Suche nach einem sicheren Hafen für ihr Geld. Allerdings wüssten die Kunden des Unternehmens, dass die Lebensversicherung – als einziges Altersvorsorgeprodukt – eine Garantie über einen sehr langen Zeitraum biete, unabhängig vom jeweiligen Verlauf der Kapitalmärkte.

„Natürlich ist die Niedrigzinsphase generell nicht positiv für die Bevölkerung, den Außendienst und die Versicherungswirtschaft“, betont Bernd Goletz von der Continentale. An der Versorgungslücke der Kunden im Alter ändere sich aber durch die niedrigen Zinsen nichts.
Zum Schließen dieser Lücke sei die Lebensversicherung hervorragend geeignet. Echte alternative Vorsorgeformen, die diese Lücke auch unter biometrischen Gesichtspunkten schließen, gebe es nämlich nicht.

Nach den Worten von Dr. Karsten Eichner von der R+V Versicherung sind die Bürger derzeit verunsichert, da die niedrigen Zinsen Auswirkungen auf ihre geplante Alters-versorgung haben. Die grundsätzliche Bereitschaft, etwas für das Alter zu tun, sei aber gegeben. Hier gelte es, mit den richtigen Produkten den Kunden aufzuzeigen, dass auch höhere Verzinsungen möglich seien.

Lücken müssen gefüllt werden

„Natürlich spüren die Vermittler Marktveränderungen und –tendenzen“, sagt eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Die zu erwartenden Renditen von klassischen Rentenversicherungen würden sinken. Und diese Lücke müsse von den künftigen Rentnern mit anderen Einkommensarten überbrückt werden.

Wer jetzt für die Altersvorsorge spart, muss nach Aussage von Katrin Wahl von der Allianz Deutschland angesichts niedriger Zinsen entweder mehr Geld zurücklegen, um im Alter über ein ausreichendes Einkommen zu verfügen, oder chancenorientierter beispielsweise in Aktien vorsorgen. Ausschließlich sicherheitsorientierte Anlagen wie etwa deutsche Staatsanleihen hätten fast die Nulllinie erreicht. Für sie gebe es praktisch keine Zinsen mehr.

Bis dreimal so viel zurücklegen
Auch bei herkömmlichen, sicheren Anlageformen wie Sparbriefen, Festgeld, Tagesgeld oder Sparbuch müssten die Altersvorsorgesparer heute bis zu dreimal so viel Geld zurücklegen wie noch vor 20 Jahren, um am Ende gleich viel Geld zu haben.

Bildquelle: © ioannis kounadeas / fotolia.com

Autor(en): Oskar M. Metzger

Mehr zu Altersvorsorge

Alle Branche News