Die Stuttgarter Lebensversicherung a. G. (SLV) und die Süddeutsche Krankenversicherung a. G. (SDK) haben nach ihrem Zusammenschluss am 1. Juli 2025 erstmals gemeinsam die jeweiligen Bilanzen zum vergangenen Geschäftsjahr präsentiert. Addiert knacken die gebuchten Bruttobeiträge fast die Schallmauer von 2 Milliarden Euro – 1.943,2 Millionen Euro wurden 2025 verbucht. 

Dabei konnten beide Gesellschaften ihre Beitragseinnahmen steigern. Zudem realisiert Die Stuttgarter im Neugeschäft in der Lebensversicherung erneut ein Rekordergebnis. Die SDK überschreitet bei den Alterungsrückstellungen die 8-Milliarden-Euro-Marke deutlich.

bAV ist und soll tragende Säule bleiben

Die Stuttgarter freut sich über 2025 „ein außergewöhnlich erfolgreiches Rekordjahr“, so die eigene Einordnung: Die Beitragssumme im Neugeschäft in der Lebensversicherung steigt von 2,18* auf 2,27 Milliarden Euro und erreicht damit den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte. Die Bruttobeitragseinnahmen im Leben-Bereich wachsen von 692,0* auf 711,9 Millionen Euro. Ebenfalls einen neuen historischen Höchststand erreicht das Eigenkapital mit 235,3 Millionen Euro (Vorjahr: 230,3 Millionen Euro).

Warum die Zahlen so sind wie sie sind, erläutert Dr. Guido Bader, Vorsitzender des Vorstands der Stuttgarter Versicherungsgruppe: „Eine tragende Säule dieses Erfolges bleibt die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Der Anteil am gesamten Neugeschäft beträgt gut 26 Prozent“. Ein bewusst gesetztes Zeichen der Ertragskraft und Solidität sei die Anhebung der laufenden Überschussbeteiligung. Für das Jahr 2026 betrage diese 2,4 Prozent nach zuvor 2,0 Prozent. Damit würde Die Stuttgarter eine Gesamtverzinsung inklusive Schlussanteilen von 3,1 Prozent bieten. Diese Zahlen würden das langfristige Leistungsversprechen gegenüber ihren Kundinnen und Kunden unterstreichen.

Deutlicher Anstieg der Leistungsausgaben

Dr. Ulrich Mitzlaff, Vorstandsvorsitzender der SDK, kommentiert das abgelaufene Geschäftsjahr so: „Mit unserem vertrieblichen Ergebnis sind wir zufrieden, wir haben in der Krankenversicherung wie geplant sowohl bei den versicherten Personen als auch bei den Beitragseinnahmen zugelegt. Allerdings verzeichnen wir, wie der gesamte Markt, einen deutlichen Anstieg der Leistungsausgaben im Gesundheitsbereich. Mit dem resultierenden Geschäftsergebnis von voraussichtlich etwas über 51 Millionen Euro sind wir angesichts des herausfordernden Marktumfelds zufrieden.“

Wie es bei der Schaden- und Unfallversicherung aussieht

Auch die Stuttgarter Versicherung AG (SVA) steigert im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung die Bruttobeitragseinnahmen auf 139,9 Millionen Euro (Vorjahr: 139,0* Millionen Euro). Damit liegen die gebuchten Bruttobeiträge der gesamten Gruppe bei 876,9 Millionen Euro (Vorjahr: 857,8 Millionen Euro). Die Combined Ratio der SVA liegt 2025 bei 84,6 Prozent (Vorjahr: 81,0 Prozent). 

Die Süddeutsche Krankenversicherung a. G. blickt im Geschäftsjahr 2025 insgesamt auf eine stabile Geschäftsentwicklung. Die Beitragseinnahmen steigen auf 1.066,3 Millionen Euro (Vorjahr: 1.000,4 Millionen Euro). Mit einer Produktion von 2,57 Millionen Euro Monatsbeiträgen erzielt die SDK 2025 erneut ein sehr gutes Vertriebsergebnis nahe dem Langzeithoch des Vorjahrs (2,62 Mio. Euro Monatsbeiträge). Im wichtigsten Segment, der Vollversicherung, konnte die Produktion gegenüber dem Vorjahr um fast 15 Prozent gesteigert werden. Der Gesamtbestand der Versicherten beträgt über 683.000 Personen (Vorjahr: rund 682.000 Personen).

Die Brutto-Aufwendungen für Versicherungsfälle (Leistungsausgaben) verzeichnen einen deutlichen Anstieg um elf Prozent auf 831,7 Millionen Euro in 2025 (Vorjahr: rund sieben Prozent und 750,7 Millionen Euro). Dies wirkt sich entsprechend auf das Geschäftsergebnis aus, das 51,1 Millionen Euro (2024: 88,3 Millionen Euro) beträgt. Das Kapitalanlageportfolio der SDK wächst auf 8,67 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,35 Milliarden Euro). Die versicherungstechnischen Rückstellungen (Alterungsrückstellungen) erhöhen sich auf 8,27 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,95 Milliarden Euro).

Anhaltender Kostenanstieg im Gesundheitswesen

Maßgebliche Treiber für die enorm gestiegenen Leistungsausgaben seien der anhaltende Kostenanstieg im Gesundheitswesen. Ursachen seien zunehmende Arztbesuche, höhere medizinische Vergütungen sowie steigende Ausgaben in der Pflege. „Zu Recht gibt es in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die massiv steigenden Gesundheitskosten. In Relation zum Bruttoinlandsprodukt sind es die höchsten in der gesamten EU. Diese Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sind deutlich in unserem Geschäftsergebnis abzulesen – zumal die PKV im Gegensatz zur GKV keine Finanzspritzen aus Steuermitteln erhält“, kommentiert Dr. Ulrich Mitzlaff die Situation.

Erhoffen sich neue strategische Spielräume

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Stuttgarter und die SDK insgesamt ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. So wollen sie ihre Wachstumsstrategien gemeinsam fortsetzen und sehen im weiteren Zusammenschluss zahlreiche weitere Chancen.

Wie das genau aussehen soll, beschreibt Dr. Ulrich Mitzlaff so: „Die weitere Integration beider Gesellschaften eröffnet uns neue strategische Spielräume. Natürlich auch in den Bereichen IT, Prozesse, Einkauf, Kapitalanlage sowie Innovation. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Verknüpfung beider Produkt- und Vertriebswelten. Beispielsweise arbeiten wir mit Hochdruck an einer Versicherungsplattform für die betriebliche Krankenversicherung und werden hier vertriebliche Synergien mit der Stärke der Stuttgarter im Bereich der bAV suchen“.

* Zusammengefasste Vorjahreszahlen der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. und der durch Verschmelzung, rückwirkend zum 01.01.2025, übernommenen Süddeutsche Lebensversicherung a. G., bzw. der Stuttgarter Versicherung AG und der Süddeutsche Allgemeine Versicherung a. G.

Verfasst von: Meris Neininger