1. Wiesbadener Fachtagung "Finance 2.0": Social Media ja, aber richtig

Die Diskussionsteilnehmer bei der 1. Wiesbadener Fachtagung "Finance 2.0: Social-Media-Strategien in Banken und Versicherungen" waren sich einig: Social Media ist nicht nur ein Hype, sondern wird in einigen Jahren als ganzheitliche Strategie in den Finanzdienstleistungsunternehmen verankert sein.

Die aktuellen Zahlen: 170 Millionen Tweets pro Tag, 3 Milliarden youtube-Klicks pro Tag und 780 Millionen Facebook-Nutzer. Zahlen, die auch Banken und Versicherungsunternehmen immer stärker zur Kenntnis nehmen und in ihre Marketing- und Vertriebsplanung einbeziehen. Bei den Trendtagen für Kommunikation und Vertrieb "Finance 2.0", initiiert von Bankmagazin und Versicherungsmagazin, kamen Marketing-, Presse- und Vertriebsverantwortliche aus Banken und Versicherungsunternehmen zusammen und diskutierten darüber, ob und in welchem Umfang sie das Thema "Social Media" in ihren Häusern vorantreiben sollen, um ihre Kunden zu binden und neue Kundengruppen zu gewinnen.

Sehr wichtig: Sprache den jeweiligen Zielgruppen anpassen
Nach Ansicht von Stefan Hentschel, verantwortlich für die Vermarktung von mobilen Google-Lösungen, ist ganz wichtig, die Sprache in den sozialen Netzwerken den jeweiligen Zielgruppen anzupassen und nicht in ein kundenfeindliches PR-Deutsch zu verfallen. "Vor allem ist aber auch wichtig, immer ehrlich zu sein", so der Google-Mann wörtlich. Zudem richtete er den Appell an die anwesenden Verantwortlichen aus Banken und Versicherungsunternehmen, dass diese sich nicht miteinander vergleichen sollten, sondern vielmehr mit anderen Branchen wie der Reise- und Tourismusbranche, um ihr diesbezügliches Profil zu schärfen.

Verbindung zum Vertrieb schaffen, damit am Ende auch Geld verdient wird
Thomas Teuber, Bereichsleiter bei der Internetbank International der DKB AG aus Berlin, möchte, dass die Netzaktivitäten seines Hauses nicht nur die jungen Kunden erreichen, sondern das gesamte Kundenklientel. Dabei gab er zu bedenken, dass sein Unternehmen, aber auch die gesamte Bankenbranche noch am Anfang der Social-Media-Aktivitäten stünden, wobei man sich durch "try und error" Schritt für Schritt auf die Kunden zubewege und dabei genau zuhöre, was sich diese in den neuen Medien wünschten. Außerdem gab er zu bedenken, dass soziale Netzwerke zwar wichtig seien, um den Dialog mit den Kunden zu fördern, aber die Finanzdienstleistungsbranche müsste es auch schaffen, eine Verbindung zum Vertrieb herzustellen, "denn wir wollen ja auch Geschäft machen".

Corinna Pommerening von Geno Consult sah den großen Vorteil von Social Media darin, dass die Mitarbeiter der Unternehmen zu positiven Markenbotschaftern werden könnten. Weitaus interessanter wäre aber noch der Umstand, wenn am Ende die Kunden zu derartigen Botschaftern würden.

Alle Mitarbeiter müssen Social Media leben
Für das Beschwerdemanagement böten Twitter und Co. auch große Chancen, so dass das Image der Finanzdienstleistungsbranche aufpoliert werden könnte. Dafür müssten aber auch alle Mitarbeiter der Unternehmen sensibilisiert und motiviert werden, und nicht nur die Verantwortlichen aus den Marketingabteilungen.
"Social Media muss im ganzen Haus als gemeinsames Vorhaben etabliert werden und ein ganzheitlicher Marketing- und Vertriebsansatz muss das Ziel der jeweiligen Banken und Versicherer sein. Dann bleibt Social Media nicht nur ein Hype, sondern liefert die gewünschten Erfolge", skizzierte die Fachfrau ihre Position.

Bild: © Gerd Altmann /

Autor(en): Meris Neininger

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