Angriffe auf IT-Systeme 2013 um nahezu 50 Prozent gestiegen

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Durch zunehmende Digitalisierung und Vernetzung sind heute lebenswichtige Infrastrukturen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens verletzbarer denn je. Allein die Deutsche Telekom registriert täglich bis zu einer Million Angriffe auf ihr Netz.

Unternehmen und Staaten sind einer wachsenden Gefahr durch Cyberattacken ausgesetzt. Mit ihrem „Forschungsrahmenprogramm der Bundesregierung zur IT-Sicherheit. Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015 - 2020“ will die Bundesregierung für diese Problematik sensibilisieren.

Wirtschaftliche Schäden weltweit bis zu 575 Milliarden Dollar
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beobachte jeden Tag fünf gezielte Spionageangriffe auf die Bundesverwaltung. Rund 30.000 Zugriffsversuche aus dem Regierungsnetz auf Webseiten, würden jeden Monat verhindert werden. 2013 sei die weltweite Zahl der Angriffe auf die IT-Sicherheit von Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent auf 42,8 Millionen gestiegen. Dies entspreche 117.330 Angriffen pro Tag. Allein die wirtschaftlichen Schäden seien für 2013 weltweit auf bis zu 575 Milliarden Dollar geschätzt.

Darüber hinaus seien Bürger auch in ihrem Privatleben betroffen. Beim Umgang mit ihren persönlichen Daten würden sie immer wieder in einen Zwiespalt geraten. Einerseits wollten und müssten sie Daten preisgeben, um Produkte und Dienste der Cyberwelt nutzen zu können. Dadurch entstünden aber andererseits immer umfassendere Profile, die miteinander vernetzt, gehandelt und ausgewertet werden können.

Informationelles Selbstbestimmungsrecht eingeschränkt
Alleine Facebook habe über 1,3 Milliarden Nutzer. Sie würden alle 20 Minuten rund eine Million Links teilen und tauschten etwa drei Millionen Nachrichten aus. Facebook sammle dabei geschätzt etwa 500 Terabyte (TB) Daten täglich. Zum Vergleich: Die gesamte US-Library of Congress umfasse lediglich 20 TB. Da kaum jemand wisse, wie seine Daten mit anderen Informationen verbunden würden, wer sie nutzt und was weiter mit ihnen passiert, seien die meisten Bürger der Big-Data-Welt weitestgehend ausgeliefert und in ihrem informationellen Selbstbestimmungsrecht deutlich eingeschränkt.

Auch in der Mai-Ausgabe von bildet das Thema "Datenschutz und Cyber-Attacken" einen wichtigen Schwerpunkt.

Hier ein kurzer Blick in das kommende Heft:
"Thomas Blunck, Mitglied des Vorstands beim Rückversicherer Munich Re fordert, dass eine „adäquate Versicherung gegen Datenschutzverletzungen... ein Standardelement der Gewerbeversicherung“ sein sollte. „Denn jedes Unternehmen kann in diesem Kontext Umsatzeinbußen oder einen Imageverlust erleiden“, so Blunck. Er verweist in einer 2012 erschienen Publikation auf ein Ergebnis eines britischen Marktforschungsunternehmens, nach dessen Angaben „in Europa bislang nur fünf Prozent der Unternehmen gegen Cyber-Risiken versichert sind“. Hingegen betrage der Anteil bei großen US-Unternehmen 30 Prozent, die mit einer Cyber-Risiko-Deckung ausgestattet seien."

Textquelle: Bundestag und Versicherungsmagazin; Bildquelle: © apops / fotolia.com

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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