Anleger scheuen noch zu oft antizyklisches Verhalten

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„Kaufen, wenn die Kanonen donnern.“ So lautet ein berühmter Ausspruch des Bankiers Carl Mayer von Rothschild. Er besagt, dass Anleger genau dann investieren sollten, wenn der Ausblick gerade besonders düster ist. Doch daran haben sich die meisten Aktieninvestoren hierzulande in der Vergangenheit nicht immer gehalten.

Laut einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) haben sich die Anleger seit der Jahrtausendwende weitgehend prozyklisch verhalten. Sie stellen dort fest, dass sich Anleger zum Beispiel bis zum Kurstief im März 2003 in hohem Umfang bei fallenden Kursen von ihren Aktienbeständen getrennt haben und dies zwischen 2003 und 2007, als die Kurse schon wieder kletterten, fortsetzten. Erst kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007 kam es wieder zu ersten Zukäufen.

Kunden entgeht mögliche Rendite

Auch wenn dieser Effekt zuletzt schwächer geworden ist, wie das DAI feststellt, so scheint dieses prozyklische Verhalten doch grundsätzlich noch vorhanden zu sein. „Und das führt dazu, dass Anlegern ein Großteil der am Aktienmarkt möglichen Rendite entgeht, sie aber Verluste überwiegend mitnehmen“, sagt Professor Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland).

Kontinuierliches Sparen ist im Rahmen einer gut durchdachten und an die individuellen Verhältnisse angepassten strategischen Allokation eine entscheidende Basis für die erfolgreiche Finanzplanung.

Zweifelsohne gibt es bessere Strategien. „Zwar ist kontinuierliches Sparen im Rahmen einer gut durchdachten und an die individuellen Verhältnisse angepassten strategischen Allokation eine entscheidende Basis für die erfolgreiche Finanzplanung“, sagt Tilmes. „Darüber hinaus kann es bei Aktieninvestments aber schon interessant sein, gegen den Strom zu schwimmen und genau dann zu investieren, wenn die Wirtschaft einbricht und die Aktienkurse in den Keller rauschen.“

Viele Kunden können den Markt kaum richtig einschätzen

Nach Ansicht des FPSB-Vorstands ist es ungeheuer schwer, sich gegen den Markt zu stellen. „Sie müssen ja genau in dem Augenblick in Aktien investieren, in dem diese niemand will und die Aussichten extrem düster sind. Und andersherum dann aus dem Markt gehen, wenn wir eine positive Stimmung haben und die Kurse von einem Hoch zum nächsten eilen.“ Für Anleger eine hohe Hürde. Dazu kommt, dass es für viele kaum möglich sein dürfte, einzuschätzen, ob ein Markt nun günstig oder teuer ist.

Deshalb sei bei Aktieninvestments eine objektive Beratung durch einen unabhängigen Experten entscheidend. Qualifizierte Certified Financial Planner-Professionals können Anleger nicht nur dabei beraten, wie sie zu einer individuell passenden langfristigen Vermögens- und Finanzplanung kommen.

Aktien gehören in jedes Depot

Qualifizierte Professionals könnten einen Beitrag dazu leisten, dass Anleger positivere Erfahrungen mit der Anlageklasse Aktien machen und diesen künftig aufgeschlossener gegenüberstehen. „Denn klar ist, dass es keine Anlageklasse gibt, die langfristig vergleichbare Renditen abwirft“, so Times‘ Fazit. „Aktien gehören deshalb unbedingt in jedes Depot.“

Quelle: FPSB

Autor(en): Versicherungsmagazin

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