bAV im Mittelstand: Die Initiative muss vom Chef ausgehen

Kleinere Mittelständler haben die betriebliche Altersversorgung (bAV) für sich entdeckt. Zu diesen Ergebnis kommt jedenfalls die Studie "Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand", die die Generali Versicherungen und das F.A.Z.-Institut herausgeben.

Während ein Teil von ihnen angesichts einer schwachen Nachfrage der Belegschaft einfache Versicherungsprodukte mit minimalem Verwaltungsaufwand wie eine Direktversicherung bevorzuge, trügen andere Unternehmen das eigene Vorsorgemodell aktiv an die Beschäftigten heran, so der Tenor der Untersuchung. Denn der Erfolg der bAV stehe und falle mit dem Engagement des Chefs: Je aktiver das Unternehmen das Vorsorgeangebot anbiete, desto größer sei die Nachfrage seitens der Belegschaft. Größere Unternehmen im Mittelstand erzielten durch ein breiteres Informationsangebot höhere Abschlussquoten als kleinere Betriebe.

Anreize für Mitarbeiter schaffen
Neben der Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflicht nannten die Experten die soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten als wichtigstes Motiv der Arbeitgeber für ihr Vorsorgeangebot. Zudem setzten rund zwei Drittel der Unternehmen die Betriebsrente als Personal-Instrument ein, um Mitarbeiter langfristig zu halten. Vor allem Großunternehmen mit 250 bis 500 Beschäftigten verfolgten dieses Ziel.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Jeder zweite Mitarbeiter im Mittelstand nutze das Arbeitgeberangebot zur betrieblichen Altersversorgung. Im Topmanagement sorgten sogar fast zwei Drittel der Führungskräfte betrieblich für das Alter vor. Zugleich böte praktisch jedes mittelständische Unternehmen seinen Beschäftigten mindestens ein Produkt zur Entgeltumwandlung an und versähe es häufig mit einem Finanzierungsbeitrag des Arbeitgebers. Hingegen leisteten sich nur noch ein knappes Viertel der Unternehmen eine klassische rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente.

Qualität des Anbieters entscheidet
Auch Vorsorgeprodukte mit lukrativen Renditen und einer hochqualifizierten Beratung machten ein bAV-Angebot zu einem Erfolg. Dabei wähle der Mittelstand in erster Linie solche Produktanbieter aus, die durch ein attraktives Leistungspaket, durch Finanzstärke und durch überdurchschnittliche Renditen überzeugten. Die administrative Entlastung der Arbeitgeber durch den Dienstleister sei ein weiteres zentrales Auswahlkriterium. Die befragten Experten erachteten zugleich einen engen Kontakt zwischen Geschäftskunden und Finanzdienstleistern als relevante Voraussetzung dafür, dass die Vorsorgelösungen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zufriedenstelle.

"Die Produktanbieter sollten gerade mittelständischen Betrieben mit kleinen Personalabteilungen beim Management der betrieblichen Altersversorgung unter die Arme greifen, um die Geschäftsführung von dem Produkt zu überzeugen", betont Dr. Guido Birkner, Redakteur des F.A.Z.-Instituts und Autor der Studie. Um die Beteiligungsrate auf Seiten der Beschäftigten weiter zu steigern, schlagen die Verantwortlichen auch vor, die steuerliche Förderung der Betriebsrente zu erhöhen, insbesondere bei der Entgeltumwandlung.

Die Grundlagen der Studie
Basis der Studie sei eine Befragung von 100 Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern. Die bAV-Experten wären zum Betriebsrentenangebot ihrer Unternehmen, zu den Motiven und zur Zufriedenheit der Arbeitgeber befragt worden.

Quelle: Generali und F.A.Z.-Institut

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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