Besser früher schenken als später vererben

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Immer häufiger und immer mehr wird in Deutschland verschenkt. Eine aktuelle Studie der Quirin Privatbank zeigt, dass mehr als jede fünfte Schenkung in Höhe von mindestens 1.000 Euro ausdrücklich als vorweggenommene Erbschaft vergeben wurde. In Baden-Württemberg und Thüringen waren es sogar gut 30 Prozent.

Insgesamt geben fast die Hälfte aller Erwachsenen (43 Prozent) an, schon mindestens einmal ein Geschenk im Wert ab 1.000 Euro erhalten zu haben. Am häufigsten ging es dabei um Bargeld oder Überweisungen (60 Prozent). Fast jedes sechste Geschenk betraf aber auch Immobilien (15 Prozent). Insgesamt hatte mehr als jede vierte Schenkung in Deutschland (27 Prozent) bereits einen Umfang von mehr als 10.000 Euro.

Männer sind spendabler
Sechs von zehn Erwachsenen in Deutschland überlegen, selbst größere Geschenke ab 1.000 Euro zu vergeben. Dieser Anteil ist in allen Bundesländern etwa gleich hoch, wobei Männer sich etwas spendabler zeigen als Frauen (61 zu 57 Prozent).  Bei den Umfängen gibt es aber deutliche Unterschiede. In Bayern geht es schon bei jeder vierten künftigen Schenkung um mindestens 100.000 Euro. In Berlin und Thüringen ist das nur in jedem zehnten Fall so. Bundesweit kann eine sechsstellige Schenkung in jedem sechsten Fall anstehen (17 Prozent).


"Schenkungen und Erbschaften haben in Deutschland eine exponentiell wachsende Bedeutung – nach der Erbschaftswelle wird Deutschland nun quasi von einer Schenkungswelle überrollt", Karl Matthäus Schmidt, Vorstandsvorsitzender Quirin Privatbank


Nur sechs Prozent aller Schenkungen ab 1.000 Euro Umfang enthielten bislang Aktien oder Fonds. Waren die Beschenkten unter 35 Jahre, lag der Aktien- und Fondsanteil mit zehn Prozent aber schon fast zweifach höher. Bei künftigen Schenkungen könnten nun in bundesweit 20 Prozent aller Fälle Aktien oder Fonds enthalten sein.

Wachsendes Motiv ist die Steuervermeidung
Die Motive zur Vergabe größerer Geschenke sind in den Bundesländern unterschiedlich ausgeprägt. Nirgends wollen so viele wie in Bayern mit Geschenken vor allem Steuern vermeiden – den Berlinern und Saarländern ist das nur etwa halb so wichtig (30 zu jeweils 18 Prozent).

Bundesweit aber gewinnt das Steuersparmotiv aber an Bedeutung: Spielte es bisher bei Schenkungen ab 1.000 Euro nur in vier Prozent aller Fälle eine Rolle, soll darauf künftig schon bei jeder vierten Schenkung (24 Prozent) geachtet werden. Damit stellen diejenigen, die etwas verschenken wollen, das Steuersparmotiv auf dieselbe Stufe wie den Wunsch, mit dem Geschenk primär Sympathie auszudrücken (23 Prozent).

Wenig Ahnung von den Steuerpflichten
Mehr als jeder Dritte in Deutschland, der schon mindestens einmal ein Geschenk im Wert von mehr als 1.000 Euro bekommen hat, kennt nach eigenen Angaben die geltende Schenkungssteuerpflicht nicht. In Ostdeutschland sind es sogar 41 Prozent (West 35 Prozent) und unter den 18- bis 24-Jährigen 58 Prozent. Allerdings glauben insgesamt auch zwei Drittel aller Deutschen, "dass die Steuerpflicht auf Geschenke von kaum jemand in Deutschland beachtet wird." Und sogar 69 Prozent halten selbst ab einer bestimmten Größenordnung "grundsätzlich die Besteuerung von Geschenken für nicht richtig".

Die repräsentative Studie wurde von dem Kreditinstitut zusammen mit den Marktforschern von Yougov Deutschland erhoben. Sie ermittelten auf der Basis von 7.339 Online-Interviews im März 2018, wie viele Erwachsene schon einmal Geschenke ab mindestens 1.000 Euro bekommen haben und wie viele sich vorstellen können, künftig selbst in diesem Umfang etwas zu schenken.

Quelle: Quirin Bank

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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