Big Data: Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

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Auch die Versicherungsbranche hat schon Big Data gehört. Obwohl fast drei Viertel (71 Prozent) dem Thema eine maximale Priorität bis 2018 einräumen, haben erst zehn Prozen der Unternehmen damit begonnen, riesige Datenmengen mittels Softwaretools auszuwerten und zu nuten. Dies zeigt eine neue Studie des Bearing Point Institute unter 30 europäischen und US-amerikanischen Versicherungsunternehmen.

Mangelnde Fachleute, mangelndes Grundlagenwissen, keine einheitliche Unternehmensstrategie, Risikoscheu und unklare Verantwortlichkeiten sind die Hauptgründe, warum Big Data in der Assekuranz bislang eine Nebenrolle spielt. Für 53 Prozent der Befragten stellt die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte ein Problem dar, 16 Prozent gaben an, dass sie nicht genug über Big Data wissen. Lediglich zehn Prozent der Befragten haben eine firmenweite Big-Data-Strategie. 53 Prozent der IT-Führungskräfte werden mit den Herausforderungen von Big Data alleine gelassen und nur 37 Prozent halten ihr Unternehmen für reif genug, um neue Ideen in Verbindung mit Big Data zu implementieren.

Wer zögert wird überholt
Risikoscheue Versicherungsgesellschaften, die mit traditionellen Geschäftsmodellen arbeiten, drohen den Anschluss zu verlieren und von neuen agileren Daten-Sammlern überholt zu werden, warnen die Studienmacher. Sie befürchten, dass die Zurückhaltung bei Big Data und Advanced Analytics zum Teufelskreis werden könnte, der sich schwer durchbrechen lasse.

Studienautor Patrick Mäder, firmenweiter Segmentleiter Versicherungen bei Bearing Point hat fünf Kernkompetenzen für Versicherer identifiziert, die sie entwickeln sollten, um erfolgreich zu sein auf den Megadaten-Zug aufzuspringen:

  • Spezialwissen - für die befragten Führungskräfte ist dies die wichtigste Säule (66 Prozent), aber nur 33 Prozent rekrutieren bzw. bilden Daten-Spezialisten aus
  • Partner-Netzwerke - diese wurden von den Befragten als zweithöchste Priorität bewertet (59 Prozent). Aber nur ein Viertel gab an, selbst ein starkes Partner-Netzwerk zu besitzen, um Zugang zu wertvollen Daten zu erhalten
  • Externe Datenquellen - vor dem Hintergrund, dass Versicherer eine ganzheitliche Sicht auf ihre Kunden erreichen wollen, wurde Social Media als vielversprechendste Form einer externen Datenquelle bewertet (59 Prozent)
  • Schnelligkeit - Fehler zu machen, gehört zum Prozess. Aber diejenigen, die ihre Fehler schnell korrigieren, werden einen deutlichen Vorsprung erzielen; 71 Prozent der "fortgeschritteneren" Unternehmen glauben, dass Schnelligkeit wichtig ist, im Vergleich zu 51 Prozent der "weniger entwickelten" Unternehmen
  • Ethik und Datenschutz - die Studie belege, dass sich Versicherungsunternehmen der Risiken von Big Data bewusst sind, aber nur 23 Prozent der befragten Unternehmen bestätigten, einen Kontrollprozess installiert zu haben.






Über die Studie
Die vorliegende Studie zeigt die Entwicklung im Bereich Big Data und Advanced Analytics in der Versicherungsbranche und bietet Einblicke in ihre Nutzung. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage mit Befragten aus 30 Versicherungsunternehmen in Europa und den USA zwischen Januar und Februar 2014.

Quelle: Bearing Point


Autor(en): versicherungsmagazin.de

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