Brexit: Standard Life setzt auf Gelassenheit und Kontinuität

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Die Briten haben mehrheitlich für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Was für Auswirkungen könnte der Brexit für die Kunden britischer Versicherer nach sich ziehen? Erst einmal keine, sagt Christian Nuschele, Director Broker and Bank Distribution bei Standard Life. Im Gespräch mit Versicherungsmagazin zeigt sich der Experte entspannt.





Welche Auswirkungen wird Ihrer Einschätzung nach der Brexit auf Standard Life und das Geschäft in Deutschland haben?
Christian Nuschele: Wir werden auch künftig an unserem Engagement im deutschen und österreichischen Markt für Spar- und Kapitalanlagen festhalten. Die Abstimmung hat keine Auswirkungen auf unsere Möglichkeiten, auch weiterhin Neugeschäft zu schreiben, den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden und unsere Vertriebspartner zu unterstützen.

Haben die bereits geschlossene Verträge auch weiterhin Bestand?
Christian Nuschele: Die derzeitigen Bedingungen haben für unsere Kunden in Deutschland und Österreich unverändert Bestand. Die mit der deutschen Niederlassung von Standard Life geschlossenen Lebensversicherungsverträge sind unter Geltung des deutschen Versicherungsvertragsrechts geschlossen. Die für sie wichtigen vertraglichen Rechte aus diesen Verträgen bleiben grundsätzlich vom "Brexit" unverändert bestehen.

Wie glauben Sie, werden sich die versicherungsaufsichtsrechtlichen Grundlagen verändern?
Christian Nuschele: Ob und wie sich die versicherungsaufsichtsrechtlichen Grundlagen durch den "Brexit" in Zukunft ändern werden, hängt maßgeblich von der im Einzelnen noch unbekannten künftigen Ausgestaltung der Partnerschaft der Europäischen Union und Großbritanniens sowie Schottlands ab, weshalb wir dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht einschätzen können.

Welche sind Ihrer Meinung nach die nächsten Schritte, die anstehen?
Christian Nuschele: Nach unserem Verständnis werden die britische Regierung und der Rest der Europäischen Union in der kommenden Zeit Verhandlungen über die Bedingungen des Austritts Großbritanniens aufnehmen. Wir gehen davon aus, dass dieser Prozess mindestens zwei Jahre dauern wird. Der Prozess befindet sich also noch in einem sehr frühen Stadium und wir werden im Interesse aller in unser Unternehmen involvierter Parteien die Entwicklungen kontinuierlich verfolgen.

Wie wird sich Standard Life auf eventuell geänderte Bedingungen einstellen?
Christian Nuschele: Standard Life hat eine starke Erfolgsbilanz und wir haben bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass wir uns erfolgreich an sich verändernde Märkte, neue gesetzliche Rahmenbedingungen und an unser sich stetig entwickelndes Umfeld anpassen können. Entsprechend werden wir vorbereitet sein und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um unsere Geschäftspartner, Kunden und andere in unser Unternehmen involvierte Parteien auch weiterhin unterstützen zu können, während die Verhandlungen ihren Verlauf nehmen.

Welche Prioritäten setzen Sie während dieser Veränderungen?
Christian Nuschele: Es ist uns ein Anliegen, während des Verhandlungsprozesses für Kontinuität und Gelassenheit zu sorgen. Wir werden den Verlauf der Aushandlung neuer Arrangements sehr aufmerksam verfolgen und, wo nötig, unseren Beitrag dazu leisten. Und natürlich werden wir unsere Kunden wie auch andere in unser Unternehmen involvierte Parteien bei Bedarf regelmäßig über die künftigen Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Lesen Sie ein vollständiges Interview mit Christian Nuschele in der August-Ausgabe von Versicherungsmagazin. Sie sind noch kein Abonnent? können Sie ein kostenloses Probeheft bestellen.


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Autor(en): versicherungsmagazin.de

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