Cyber-Attacken: Unwichtige Unternehmen gibt es nicht

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Cyber-Angriffe gehören zu den gefürchteten Risiken deutscher Unternehmen. Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik wurden von 2016 bis 2017 knapp 70 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Opfer von Cyber-Attacken. In knapp der Hälfte der Fälle waren die Angreifer erfolgreich und konnten sich zum Beispiel die Funktionsweise von IT-Systemen beeinflussen oder Internet-Auftritte von Firmen manipulieren. Jeder zweite erfolgreiche Angriff führte dabei zu Produktions- beziehungsweise Betriebsausfällen.

Wie gehen Versicherungsmakler mit dem Thema Cyber-Versicherung in der Beratung und im Verkauf bei kleinen und mittleren Unternehmen um? Und wie reagieren ihre Kunden? Eine Umfrage, die die HDI Versicherung zum dem Thema in Auftrag gegeben hat, zeigt: Die Mehrheit der Teilnehmer kennt sich inzwischen bei diesem Thema aus und geht aktiv auf Kunden zu. Die meisten Kunden finden das gut. Dennoch gibt es immer noch eine große Zahl, die ablehnend reagiert.

Nicht entmutigen lassen

80 Prozent der teilnehmenden Makler sind gut informiert und haben sich mit den Risiken und Folgen, die Cyber-Kriminalität für ihre Kunden haben kann, auseinandergesetzt. Rund zwei Drittel sprechen die Thematik aktiv bei ihren Firmenkunden an. Die meisten Kunden sind aufgeschlossen, wie 60 Prozent der Befragten angaben. Allerdings sehen sich rund 40 Prozent der Teilnehmer auch mit negativen Reaktionen konfrontiert.

HDI Vertriebsvorstand Tobias Warweg appelliert deshalb: "Makler sollten sich nicht entmutigen lassen und in Sachen Cyber-Versicherung weiter auf ihre Kunden zugehen. Das Thema ist zu wichtig, um es liegen zu lassen". Denn neben technischen und organisatorischen Präventionsmaßnahmen sei ein geeigneter Versicherungsschutz die wichtige dritte Säule für die Cyber-Sicherheit von Unternehmen. Sie werde mehr und mehr zur existenziell wichtigen Geschäftsgrundlage.

Makler sollten Kontakte nutzen

Die Umfrage zeigt, dass lediglich 15 Prozent der Firmenkunden zumindest gelegentlich ihre Makler auf das Thema Cyber-Sicherheit ansprechen. Ein Grund für diese Zurückhaltung: Die Unternehmen glauben, unattraktiv für Cyber-Kriminelle zu sein. Lediglich drei Prozent der Makler berichten von Kunden, die einen Angriff befürchten. "Zu klein, zu unwichtig, keine interessanten Daten - das sind Trugschlüsse", warnt Warweg.

Versicherer und Vermittler müssten ihre Kundenkontakte nutzen, um die Kunden zu informieren und eindringlich auf die Gefahren hinzuweisen, fordert er. Denn gerade in kleinen, spezialisierten Unternehmen sei häufig enormes fachliches Know-how konzentriert. Er weist außerdem darauf hin, dass kleinere Unternehmen häufig nicht gezielt angegriffen werden. Schadsoftware werde oft auf eine große Zahl von Firmen angesetzt. Irgendjemand sei dann immer unvorsichtig genug und öffne zum Beispiel einen verseuchten E-Mail-Anhang.

Hilfe im Vorfeld

"Die Versicherer können hier zusätzlich zum eigentlichen Versicherungsschutz wertvolle Hilfe schon im Vorfeld leisten. Das Leistungsspektrum reicht da von Präventionsmaßnahmen wie Mitarbeiterschulungen über Sofortmaßnahmen im Falle eines Cyber-Angriffs bis hin zu klassischen Versicherungsleistungen", betont der HDI-Vorstand

Im Auftrag von HDI befragte das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Yougov im März 2019 Makler, die Gewerbekunden und Freie Berufe betreuen zum Thema Cyber-Versicherung. Rund 200 von ihnen haben teilgenommen und einen Fragebogen ausgefüllt.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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