Deutsche geben immer weniger Geld für Lebensversicherungen aus

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Bereits das dritte Jahr in Folge sanken 2017 die Beträge, die jeder Deutsche im Schnitt für eine Lebens- oder Rentenversicherung ausgegeben hat. Zwar betrug der Rückgang im Vergleich zu 2016 nur vier Euro und belief sich auf 1.096 Euro. 2014 gaben die Deutschen noch satte 1.154 Euro aus.

Insgesamt, so stellt das vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) herausgegebene „Statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2018“ fest, sind die Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung für Versicherungen im vergangenen Jahr dagegen um 40 Euro auf 2.393 Euro gestiegen. Damit erreichen sie einen neuen Höchststand. 

Besonderen Wert scheinen die Deutschen auf ihre Schaden- und Unfallversicherungen zu legen. In dieser Sparte gaben sie 2017 826 Euro aus – eine Zunahme gegenüber 2016 um immerhin 23 Euro. Im Vergleich etwa zum Jahr 2011 schlägt sogar ein Plus von 121 Euro zu Buche. Zudem ist hier eine ständige Aufwärtsbewegung zu beobachten.

PKV wieder mit deutlicheren Steigerungen
Für eine private Krankenversicherung (PKV) gab 2017 jeder Bundesbürger im Schnitt 471 Euro aus, 20 Euro mehr als im Jahr davor. Damit unterscheidet sich 2017 mit einer deutlichen Steigerung von den beiden Vorjahren, wo es mit einem beziehungsweise drei Euro doch nur sehr unwesentlich bergauf ging. Wenn man die Zahlen wieder mit 2011 vergleicht, kommt man auf einen Zuwachs von 39 Euro.

Den steigenden Pro-Kopf-Ausgaben, die die Versicherungsdichte (gebuchte Bruttobeiträge der Erstversicherer in Relation zur Einwohnerzahl) abbilden, steht eine erneut gesunkene Versicherungsdurchdringung gegenüber. Dabei werden die gebuchten Bruttobeiträge ins Verhältnis zum BIP gesetzt, wie im Taschenbuch erklärt wird. Einer Durchdringung von 6,07 Prozent im Jahr 2017 stehen 6,18 Prozent im Jahr 2016 gegenüber. 2011 betrug sie noch 6,59 Prozent.

Der Höchststand wurde 2013 mit 6,63 Prozent erreicht. Seitdem geht es bergab. International nimmt Deutschland damit einen hinteren Rang ein. Zum Vergleich: In Taiwan beträgt die Durchdringung 20, in den Niederlanden immerhin noch gut zehn Prozent.

Versicherungsdurchdringung in Leben geht zurück
Den größten Rückgang vollzog im Vergleich zu 2016 die Lebensversicherung mit 0,11 Prozentpunkten auf 2,78 Prozent. Im Jahr 2011 waren es noch 3,21 Prozent. Damit liegt die Durchdringung in der Sparte Leben aber immer noch vor der in Schaden/Unfall (2,09 Prozent) und PKV (1,20 Prozent). Während es in Schaden/Unfall unwesentlich um 0,02 Prozentpunkte zurückging, gab es in der PKV einen leichten Anstieg um 0,01 Prozentpunkte.

Das „Statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2018“ kann hier heruntergeladen werden.

Autor(en): Elke Pohl

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