Digitalisierung Betriebsrente: Wettkampf der Portal-Anbieter

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In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) dürfte die Digitalisierung ab 2018 eine noch größere Rolle spielen. Dann wirkt das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Es eröffnet mehr oder weniger einen neuen Durchführungsweg und macht die bAV über neue Regelungen zur betrieblichen Riester-Rente deutlich komplexer.

Vor allem die staatlich geförderte Altersvorsorge könnte 2018 innerhalb der bAV starken Rückenwind bekommen. Es gibt deutliche Verbesserungen. Individuelle Beratung setzt aber umfassende Softwaretools voraus. Aktuell glauben gleich zwei Anbieter, dass sie eine dominierende Stellung im Markt erreichen können.

Bald sieben neue Versicherer im Arbeitgeber-Tool
So ist die xbAV AG aus München dabei, zur zentralen Plattform für Versicherer zu werden. Gleichzeitig unterstreicht die Teckpro AG aus Kaiserslautern, dass sie den "fachlich umfassendsten Lösungsrahmen" habe. "Das reicht von versicherungsmathematischen Gutachten bis zu Schlichtberatung", erläutert Vorstand Michael Littig. Demgegenüber ist die xbAV AG derzeit mit sieben Versicherern im Gespräch, die den "bAV-Manager", das zentrale Tool für Arbeitgeber, einsetzen wollen. Mit dem HDI und der WWK, die diese Software schon nutzen, hätte das IT-Haus aus München dann neun Anbieter im Boot. Darunter dürften echte Schwergewichte der Sparte sein.

Wie der Vertriebsleiter, Boris Haggenmüller, gegenüber Versicherungsmagazin bestätigte, würde beim Einstieg aller sieben Versicherer die xbAV AG einen Marktanteil von "deutlich über 50 Prozent" erreichen. Zudem ist das Unternehmen mit weiteren Unternehmen im Gespräch. Der "bAV-Manager ermöglicht Arbeitgebern eine komplette Verwaltung ihrer bAV. „Es ist wichtig, dass eine zentrale Plattform von einem neutralen Unternehmen betreut wird", so Haggenmüller. An einer Portallösung arbeitet aber im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes nun auch die Teckpro AG. Das System soll noch Ende des Jahres vorgestellt werden. So dürfte der Markt mindestens zwei "gute" Anbieter haben.

Nachfrage nach bAV-Beratung boomt
Immerhin scheint die Nachfrage nach bAV-Beratungstools auch bei den Vermittlern deutlich zu steigen – zumindest bei der xBAV AG. "Wir konnten die Zahl unserer Lizenznehmer deutlich steigern. Im ersten Halbjahr haben wir mehr als 1.000 neue Lizenzen absetzen können. Wir gehen davon aus, das diese positive Entwicklung anhalten wird", sagte Haggenmüller. Aktuell liege die Zahl der Vermittlerkunden im "mittleren vierstelligen Bereich".

In wenigen Stunden bAV-Vermittler
Laut dem Vertriebschef sei die Vermittlungssoftware "bAV-Berater" eine fast selbsterklärende Vertriebslösung. "Mit ein wenig Grundkenntnissen über die betriebliche Altersversorgung kann ein Versicherungsmakler, der sich zwei Stunden mit dem Programm befasst und dann noch an einem unserer Online-Workshops teilnimmt, schon Kunden in der Praxis beraten", erläutert er. Das Programm führe automatisch durch die bAV.

Es ist als Web-Service oder Stand-Alone-Windowsanwendung erhältlich und werde auch von Maklerpools genutzt. Den Arbeitnehmern kann automatisch eine Simulation der Auswirkung der Gehaltsumwandlung und eine Nachsteuerbetrachtung in der Rentenphase gezeigt werden. Zudem könne dargestellt werden, welche Leistungen mit dem Eigenanteil in der Dritten Schicht erzielt würden. Mit dem Rechenkern von 13 Versicherern decke das Vermittlungstool den bAV-Markt bereit ab.

Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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