Ergo: Offener Dialog mit Fintechs und Insurtechs

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Er ist seit über 30 Jahren im Versicherungsvertrieb tätig und nach einem Ausflug auf die Analystenseite wieder in die Vertriebswelt zurückgekehrt: Stephan Schinnenburg, Mitglied des Vorstands der Ergo Beratung und Vertrieb AG.

VM: Insurtechs wirbeln zurzeit viel Wind in der Assekuranz auf und werden von vielen etablierten Marktteilnehmern misstrauisch betrachtet. Wie stehen Sie zu den jungen Technologieunternehmen?

Schinnenburg: Wir bei Ergo beobachten die Entwicklungen der Insurtechs intensiv. Eine gängige Meinung im Markt lautet: Insurtechs machen viel Arbeit und führen dazu, dass Makleraufträge zurückgezogen werden. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass wir einen sehr offenen Dialog mit vielen dieser jungen Technologiefirmen führen. Wir können keine hohe Widerrufsquote von Makleraufträgen feststellen.

VM: Also sind Insurtechs für Ihr Haus Geschäftspartner wie andere Unternehmen auch?

Schinnenburg: Wir arbeiten mit allen seriösen Anbietern zusammen. Mittlerweile haben wir schon einen gewissen Anteil an Makleraufträgen und -beständen bei Insurtechs, wie zum Beispiel Friendsurance. Ich bin der Überzeugung: Wenn sich Versicherer auf die Bedürfnisse dieser modernen digitalen Player einstellen, dann können sie mit ihnen Neugeschäft generieren – das ist auch bei Ergo der Fall. Daher mein klares Bekenntnis: Insurtechs sind weitere Player auf dem Markt; sie zu verdammen, ist nicht sinnvoll. Man muss sehr selektiv qualitative Parameter für eine Zusammenarbeit definieren, dann sind sie „ganz normale Makler“ wie viele andere auch.

VM: Wir bemerken im Kontakt mit Maklern eine fast schon irrationale Angst vor Insurtechs. Wohl auch, weil einige aggressiv im Markt unterwegs sind. Manche Makler fordern, dass Versicherer am liebsten gar nicht mehr mit diesen zusammenarbeiten sollen. Haben Sie Verständnis für diese Befürchtungen?

Schinnenburg: Wir haben keine negativen Erfahrungen in diese Richtung gemacht. Kritiker frage ich gerne: „Was ist, wenn Sie morgen eine App haben und Ihrem Kunden erlauben mittels dieser App eine Unterschrift zu leisten?“ Darauf kommt oft die Ansage: „Ja, das ist etwas anderes, ich bin ja Makler.“ Die Insurtechs sind aber ebenfalls Makler. Und Wettbewerbsbedingungen müssen natürlich für beide Richtungen gelten. Natürlich schauen wir uns die einzelnen Anbieter genau an: Wer sich nicht an aufsichtsrechtliche Vorschriften hält, mit dem können und wollen wir nicht zusammenarbeiten.



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Textquelle: Ergo; Bildquelle: © Frank Peter / Fotolia

Autor(en): versicherungsmagazin.de

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