Fondsfinanz will sich von Softfair trennen

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Ein Paukenschlag ging durch die Branche, als Fonds Finanz, der größte Maklerpool Deutschlands, im Jahr 2017 Softfair eines der größten Softwarehäuser für Versicherungsvergleiche kaufte. Für den Deal gründeten die Fonds-Finanz-Gesellschafter Norbert Porazik und Markus Kiener die Firma Finanzsoft, die alle Anteile von Softfair übernahm. Nun kündigten die beiden Eigner an, die Plattform zu 100 Prozent an die Assekuranz abgeben zu wollen.

Der Aufkauf des Vergleichsrechners durch Fonds Finanz stieß in der Branche auf viel Skepsis, denn Makler und Pools, die mit Softfair kooperierten, landeten durch den Kauf praktisch bei der Konkurrenz. Mangelnde Neutralität wurde hier von Marktteilnehmern angeführt. Eine Konsequenz des Deals: Die Vertriebsgesellschaften der Swiss Life Deutschland haben mittlerweile ihre Kooperation mit Softfair gekündigt (siehe auch: Genialer Schachzug).

Möglichst viele Anteilseigner 

Man habe 2017 die Digitalisierung des Versicherungsvertriebs vorantreiben und zudem branchenweite Standards etablieren wollen, so Porazik in einer Pressemeldung. Eine Weiterentwicklung der Prozessautomatisierung sollte die "Zukunftsfähigkeit aller Marktteilnehmer nachhaltig sichern". Mittlerweile seien die Akteure aber durch große Online-Vergleichsportale und Start-ups "großem Druck" ausgesetzt.

Nun hätten Kiener und er sich entschieden, "eine branchenweite Initiative ins Leben zu rufen". Man prüfe, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, um dann bis zu 100 Prozent der Anteile an möglichst viele Versicherungsgesellschaften zu veräußern. Damit wäre das Unternehmen und seine Tochtergesellschaft Ascore im besten Falle in der Hand aller Versicherungsgesellschaften. Die Vorteile für diese: Als Anteilseigner der Finanzsoft sicherten sie sich langfristig und nachhaltig die Gestaltungshoheit über branchenweit gültige, standardisierte Prozesse. Sie könnten zudem ihre Risiken und Kosten erheblich senken.

Positive Signale

Gleichzeitig bleibe auch für Fonds Finanz der Zugriff auf die marktführenden Vergleichsprozesse gewahrt, ganz im Sinne der gemeinsamen, "branchenweiten Initiative". Derzeit gebe es erste Gespräche mit Versicherern. Alle angesprochenen Unternehmen stünden der Initiative "äußerst positiv" gegenüber.

Autor(en): Versicherungsmagazin.de

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